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Abschätzung der Güterverkehrsentwicklung bis 2050

Da Verkehrsinvestitionen langfristig geplant werden müssen, ist es unerlässlich, Trends frühzeitig zu erkennen und zu berücksichtigen. Für den Personenverkehr hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Herbst letzten Jahres eine Studie zur Mobilität 2050 vorgelegt. Für den Güterverkehr wurden Progtrans AG und Prognos AG (Basel) als Arbeitsgemeinschaft beauftragt, die Auswirkungen der "Megatrends" der Bevölkerungs-, Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung unter Berücksichtigung des europäischen und globalen Rahmens erstmalig in einer Abschätzung der Verkehrsentwicklung bis 2050 abzubilden.

Ergebnisse der Studien

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Güterverkehrsaufkommen gegenüber heute um knapp die Hälfte zunehmen (von gut 3,7 Milliarden Tonnen auf dann fast 5,5 Milliarden Tonnen) und die Güterverkehrsleistung sich mehr als verdoppeln wird (von heute etwas weniger als 600 Milliarden Tonnenkilometer auf dann mehr als 1.200 Milliarden Tonnenkilometer).

Das Gutachten belegt die enge Verzahnung von Wirtschafts- und Güterverkehrsentwicklung. Deutschland wird besonders von der anhaltenden Expansion des Weltmarktes und des internationalen Handels profitieren. Diese allgemein positive wirtschaftliche Entwicklung wird eine hohe Güterverkehrsnachfrage zur Folge haben. Die Bereitstellung einer bedarfsgerechten Infrastruktur wird daher auch zukünftig eine Schlüsselrolle spielen.

Investitionen

Die Ergebnisse der Abschätzung des Güterverkehrs 2050 bestätigen die hohe Bedeutung und Dringlichkeit der Investitionen des Bundes, die im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung zu realisieren sind. Auch darüber hinaus sind Investitionen in die Verkehrssysteme erforderlich, um eine optimale Arbeitsteilung und Güterversorgung in Deutschland und Europa zu gewährleisten. Ausreichende Kapazitäten sind dabei über Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, zu denen neben Ausbau- auch gezielte Neubaumaßnahmen gehören, sowie den Einsatz von Telematikanwendungen zur Verkehrssteuerung sicherzustellen.

Eine besondere Bedeutung wird angesichts der Ergebnisse der Studie der Erhaltung des Verkehrsnetzes zukommen. Dies gilt nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass - im Vergleich zum Personenverkehr - gewichtsbedingt eine deutlich höhere Abnutzung der Infrastruktur mit Gütertransporten verbunden ist.

Die Untersuchung zeigt auch, wie wichtig es ist, dass zukünftig alle Effizienzpotenziale ausgeschöpft werden. Wir sind mit der integrierten Verkehrspolitik sowie mit dem im Koalitionsvertrag verankerten Masterplan Güterverkehr und Logistik, der derzeit erarbeitet wird, hier auf dem richtigen Wege.