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Verwaltungsmodernisierung und IT -Strategie

Hände über einer Computertastatur - Link zu einer vergrößerten Bildansicht in einem neuen Browserfenster
Hände über einer Computertastatur (Quelle: pixelio.de/Rainer Sturm)
Informationstechnik (IT) hat eine zentrale Bedeutung für das Funktionieren der öffentlichen Verwaltung. Der Staat als Förderer technischer Innovationen und als moderner Dienstleister kann durch die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnik seine Handlungsfähigkeit bewahren und seine Effizienz steigern.
Alle wesentlichen Großprojekte der öffentlichen Verwaltung sind im Kern auch IT-Projekte. Häufig sind die technischen Möglichkeiten der maßgebliche Anstoß für diese Projekte. Die IT ist ein wichtiger Treiber und Faktor für die erfolgreiche Umsetzung politischer Vorhaben.

Kennzeichnend für die Aufgaben des BMVBS und seiner Behörden sind der Verkehr in all seinen Facetten - Straße, Schiene, Wasserstraße, Luft- und Raumfahrt -, genauso wie das Bauen, das Wohnen, die Städte und Infrastrukturen. Rückgrat und Motor einer solch großen, komplexen und vernetzten Verwaltung ist die Informationstechnik.

Ziel ist es, die komplexen Arbeitsabläufe noch effizienter zu gestalten und mit IT zu unterstützen. Ganze Prozessabläufe und Arbeitsorganisationen werden durch den IT-Einsatz besser strukturiert und dadurch effizienter und wirtschaftlicher ausgerichtet.
Die Steuerung des IT-Einsatz muss hierbei ebenenübergreifend mit eindeutigen Entscheidungsverfahren und Verantwortungsbereichen erfolgen, denn nur hierdurch kann der Einsatz innovativer Dienstleistungen und die nachhaltige Modernisierung der Verwaltung gewährleistet werden.

IT-Steuerung des Bundes

Das Ziel der Bundesregierung ist, den Standort Deutschland im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien an die Weltspitze führen. Die Bundesregierung hat hierzu ihre Steuerung der Informationstechnik neu aufgestellt. Grundlage ist das vom Bundeskabinett am 5.12.2007 beschlossene Konzept zur Verbesserung der IT-Steuerung in der Bundesverwaltung. Das Konzept IT-Steuerung Bund modernisiert den gesamten IT-Einsatz des Bundes. Seine Umsetzung erfolgt in den Ressorts und in den Bundesbehörden.
Mit diesem Kabinettbeschluss wurden die Funktionen des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik sowie zwei neue Gremien, der Rat der IT-Beauftragten der Ressorts und die IT-Steuerungsgruppe des Bundes, geschaffen.
Die IT-Steuerung des Bundes soll auf diese Weise gestärkt und die Effizienz der Verwaltung gesteigert werden. Weitere Information sind unter http://www.cio.bund.de zu finden.

Die Bundesregierung und die Wirtschaft haben sich auch darauf verständigt, die im Rahmen von E-Government 2.0 und Deutschland-Online vereinbarten Projekte gemeinsam weiter zu beschleunigen.
So wird zum Beispiel mit dem Projekt "Deutschland-Online Kfz-Wesen", in dem das Kraftfahrtbundesamt als nachgeordnete Behörde des Verkehrsministeriums eine wichtige Rolle hat, das Ziel verfolgt, die Online-Kfz-Zulassung bis 2010 in ausgewählten Regionen Deutschlands umzusetzen und danach flächendeckend einzuführen.
 

IT-Strategie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Effiziente und professionelle IT-Lösungen werden für die zahlreichen Fachaufgaben sowie zur Erledigung der täglichen Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums unabdingbar.  Die Ziele im IT-Bereich sind demnach für das BMVBS eindeutig und richtungsweisend:

  • Verbesserung des Services in der Verwaltung
  • Förderung von Innovationen
  • Bewahrung der administrativen Handlungsfähigkeit sowie
  • Steigerung der Effizienz der Verwaltung

Konkret bedeutet dies, dass in Folge des Kabinettbeschlusses der Beauftragte für Informations- und Kommunikationstechnik der Bundesverwaltung für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BfIT-BVBS) zum 1.1.2008 ernannt wurde.
Der BfIT-BVBS ist in alle Vorhaben des Ressorts eingebunden, die Einfluss auf die IT haben. Der Aufgabenbereich des BfIT-BVBS umfasst folgende Zuständigkeiten im Ministerium und nachgeordneten Bereich:

  • Weiterentwicklung und Durchsetzung einer Strategie für die Informations- und Kommunikationstechnik in der BVBS 
  • Koordinierung der Informations- und Kommunikationstechnik im Ressort 
  • Konsolidierung der IT des Ressorts 
  • Kontrolle des Fortschritts wichtiger IT-Projekte 
  • Überprüfung der Einhaltung von Standards 
  • Fachaufsicht über IT-Dienstleister der BVBS 
  • Bündelung der IT-Nachfrage des Ressorts 
  • Gewährleistung der IT-Sicherheit des Ressorts

Ferner spielt das Dienstleistungszentrum für Informationstechnik im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (DLZ-IT BMVBS) eine wesentliche Rolle. Das DLZ-IT ist der zentrale leistungsfähige und kundenorientierte IT-Dienstleister für das BMVBS und seinen Geschäftsbereich.
Wenngleich der organisatorische und personelle Ausbau des DLZ-IT BMVBS noch nicht abgeschlossen ist, ist es bereits jetzt einer der kompetenten IT-Dienstleister der Bundesverwaltung. Das DLZ-IT BMVBS wurde im Dezember 2009 vom IT-Rat Bund zum DLZ-IT Bund ernannt. Zu seinen Kernkompetenzen gehören insbesondere die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und zentralen IT-Leistungen (bspw. ist hier das SAP-Kompetenzzentrum angesiedelt) sowie eine zielgerichtete Anwenderbetreuung.  Das DLZ-IT BMVBS unterstützt das BMVBS und seinen Geschäftsbereich bei der Erfüllung seiner Aufgaben durch IT-Leistungen und wirkt an einer prozessorientierten Weiterentwicklung der Aufgabenwahrnehmung mit.

Aufgabenbereiche und Anwendungsbeispiele

In sämtlichen Aufgabenbereichen des BMVBS werden zur Erledigung der Fachaufgaben in erheblichem Umfang innovative IT-Lösungen eingesetzt.
Beispielsweise ist die IT unerlässlich im Bereich der Verkehrssicherheit. Neue Technologien wie Intelligente Sicherheitssysteme, Fahrerassistenzsysteme und der europäische Notruf "eCall" unterstützen das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten und -verletzten weiter zu senken.

Die Computergestützte Satellitennavigation gewinnt auch im Luft- und Schiffsverkehr zunehmend an Bedeutung. Für die sichere Navigation auf Hoher See und in der Luft sind das genaue Vermessen des Seegebietes bzw. des Luftraumes, eine exakte Positionsbestimmung sowie die Ortung von Fahr- und Flugzeugen notwendig. Die Satellitennavigation ist in der Lage, immer genauere, globale, ständig verfügbare und wetterunabhängige Ortungs- und Navigationshilfe zu leisten.

Die IT ist zudem für die Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes - eine nachgeordnete Behörde des BMVBS -  unerlässlich. Durch das Deutsche Meteorologische Rechenzentrum (DMRZ) werden u.a. der operationelle und zeitkritische Wettervorhersagebetrieb sichergestellt und der nationale und internationale Datenaustausch durchgeführt.

Moderne und leistungsstarke IT-Lösungen werden auch im BMVBS und seinen Behörden eingesetzt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BMVBS und seiner Behörden werden durch IT zur Erledigung ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Das BMVBS leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung.

Das Programm MaAGIE/ SAP-Einsatz ist hier an erster Stelle zu nennen. Mit dem Programm MaAGIE, das 2010 abgeschlossen wird, werden die Geschäftsprozesse in den einzelnen Behörden mit einer effizienten IT-Unterstützung standardisiert und optimiert. Ziel ist die Qualitätssteigerung der administrativen Tätigkeiten bei reduzierten Ressourcen.

In vielen Behörden fallen ähnliche Aufgaben an, die mit ähnlichen Arbeitsprozessen und gleicher Software bewältigt werden können. In den einzelnen Projekten von MaAGIE werden die Geschäftsprozesse analysiert, optimiert und informationstechnisch unterstützt. Ziel ist das Prinzip "Einer-für-Alle": Jeder Geschäftsprozess wird in Zusammenarbeit mit den nachgeordneten Behörden einmal konzipiert und entwickelt. So entstehen auch nur einmal Entwicklungskosten für alle Behörden. Dabei gilt: Standardisierung wo möglich - Individualität wo nötig.

Im Rahmen des Programms MaAGIE wurden bislang folgende administrativen Aufgabenbereiche prozessorientiert standardisiert, optimiert und mit zentraler IT unterstützt:

  • Personal-, Dienstposten- und Stellenverwaltung (PVS)
  • Haushaltsbewirtschaftung 
  • Kosten- und Leistungsrechnung 
  • Liegenschaftsverwaltung 
  • Beschaffung in der Materialwirtschaft

Als Standardsoftware wurde SAP R/3 und als Prozessmodellierungswerkzeug ARIS (Architektur integrierter Informationssysteme) ausgewählt.

Ein Beispiel für eine Komponente von MaAGIE war das Projekt PVS. PVS hatte den Auftrag, ein Personal-, Dienstposten- und Stellenverwaltungssystem zu gestalten und in allen Behörden des Geschäftsbereichs einzuführen. Das Projekt PVS verfolgte das Ziel, die Arbeit der Personalverwaltungen in allen Ressortbehörden besser, schneller und günstiger zu gestalten.

Seit dem 1. Oktober 2007 sind alle Behörden der BVBS im Wirkbetrieb der PVS. Somit ist das Projektziel erreicht. Der Projektauftrag: "Gestaltung und Einführung eines einheitlichen PersonalVerwaltungsSystems in allen Dienststellen der Bundesverwaltung für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung" vom Mai 1998 ist erfüllt

Ein weiteres Beispiel ist das Master Template MaAGIE (MTM), welches unter anderem die Haushaltsführung der Verwaltung unterstützt. Hierbei werden die Prozesse des Haushaltsvollzugs, der Anlagenbuchhaltung und der Beschaffung im SAP-System abgebildet sowie eine Kosten- und Leistungsrechnung als zusätzliches Instrument für die Verwaltungssteuerung implementiert.

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Quelle: pixelio.de/Gerd Altmann

Weiterentwicklung der Modernisierungsstrategie

Die Informationstechnik befindet sich in einem ständigen Veränderungs- und Aktualisierungsprozess. Um die gestiegenen Anforderungen sowie regelmäßigen Neuerungen im IT-Bereich (bspw. neue Versionen und Produkte) adäquat begegnen zu können, wird die Modernisierungsstrategie des BMVBS stetig aktualisiert und weiterentwickelt.

Für die Unterstützung der Aufgabenerledigung im administrativen Bereich werden die Kernlösungen wie PVS oder MTM geschäftsbereichsweit eingesetzt. Darüber hinaus ist es möglich, diese Kernlösungen durch standardisierte Wahllösungen und behördenspezifische Einzellösungen zu erweitern, um dem speziellen Bedarf der Behörden entsprechen zu können.

Die Templatelösungen PVS und MTM können auch anderen Bundesbehörden zur Verfügung gestellt werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass es sich in vielen Bereichen um gesetzlich normierte und weitgehend standardisierte Prozesse handelt, bietet sich eine solche Vorgehensweise an.

Das MTM-Template wurde bereits außerhalb des BMVBS der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFIN), dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und dem Bundesnachrichtendienst (BND) zur Verfügung gestellt. Außerdem unterstützt das BMVBS das Vorhaben der Modernisierung der Personalverwaltung mit IT-Unterstützung im Bundesministerium für Finanzen (BMF) und dessen Geschäftsbereich mit seinen Erfahrungen aktiv mit.

Durch die weitere Ausgestaltung des SAP-Einsatzes soll die Modernisierung der strategischen und administrativen Prozesse des BMVBS und seiner nachgeordneten Behörden mit einheitlicher, standardisierter IT-Unterstützung gesichert und weiterentwickelt werden. So wird ein wichtiger Beitrag im Rahmen der Modernisierung der Bundesbehörden geleistet.

Ferner beteiligt sich das BMVBS auch an der weiteren Entwicklung der IT auf Bundesebene und wirkt an der konkreten Ausgestaltung von ressortübergreifenen Projekten mit, in denen es um Kommunikationsnetze des Bundes, die Aufgabenbündelung und dem Aufbau von Dienstleistungszentren sowie der IT-Architektur Bund geht.

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