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Ein Flughafenmitarbeiter steht unter einem Flugzeug und tankt dieses mittels eines Schlauches auf. Im Hintergrund ist ein blauer, bewölkter Himmel zu sehen.

Quelle: Adobe Stock / Pedro Bigeriego

Eine neue Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) zeigt, wie Wasserstoff schrittweise und wirtschaftlich tragfähig an Flughäfen eingesetzt werden kann. Die Analyse des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML), herausgegeben von der NOW GmbH, hebt insbesondere die Bedeutung modularer Konzepte und regionaler Kooperationen für einen erfolgreichen Hochlauf hervor.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder:

Wasserstoff wird auch im Luftverkehr eine wichtige Rolle spielen – allerdings mit realistischem Blick auf Einsatzfelder und Zeithorizonte. Die Studie zeigt, dass wir jetzt die richtigen Weichen stellen müssen: mit modularer Planung der Infrastrukturen, ausgewählten Anwendungen und einer engen Verzahnung mit regionalen Partnern. So schaffen wir die Grundlage für einen wirtschaftlich tragfähigen und klimafreundlichen Einsatz von Wasserstoff an Flughäfen.

Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild der Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff im Luftverkehr. Ein kurzfristiger flächendeckender Einsatz im Flugbetrieb ist demnach nicht zu erwarten – die Technik im Flugzeug befindet sich noch in der Entwicklung. Stattdessen werden voraussichtlich zunächst nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs spielen. Entsprechend erscheint ein großskaliger Aufbau von Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff derzeit über konzeptionelle Vorbereitungen hinaus nicht sinnvoll.

Potenziale vor allem im Vorfeldbetrieb
Kurz- bis mittelfristig bietet insbesondere der Einsatz von gasförmigem Wasserstoff im Vorfeldbetrieb Chancen. Dazu zählen Fahrzeuge und Geräte zur Flugzeugabfertigung (Ground Support Equipment). Erste Anwendungen sind grundsätzlich umsetzbar und sollten in klar abgegrenzten Pilotprojekten erprobt werden, die auf betriebliche Lernprozesse abzielen. Mobile und reversible Infrastrukturlösungen können dabei helfen, Investitionsrisiken zu begrenzen und Anpassungsfähigkeit sicherzustellen.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass diese Anwendungen allein nicht ausreichen, um eine wirtschaftlich tragfähige Wasserstoffinfrastruktur am Flughafen zu gewährleisten. Begrenzte Verfügbarkeit serienreifer Fahrzeuge sowie hohe Investitions- und Betriebskosten bleiben zentrale Herausforderungen.

Regionale Multi-Use-Ansätze als Schlüssel
Ein wesentlicher Ansatz liegt in der stärkeren regionalen Vernetzung. Flughäfen können ihre Wasserstoffinfrastruktur perspektivisch auch für externe Nutzer öffnen – etwa für Logistik- und Güterverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr oder angrenzende Industrie- und Gewerbestandorte. In solchen Multi-Use-Ökosystemen übernehmen Flughäfen eine Rolle als Integratoren und Ermöglicher, ohne zwingend selbst als Betreiber der Infrastruktur aufzutreten.

Rahmenbedingungen und Umsetzung
Die größten Hemmnisse für den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur liegen laut Studie derzeit weniger in der Technik als vielmehr in regulatorischen und wirtschaftlichen Fragen. Dazu zählen insbesondere fehlende Normen und Standards, komplexe Genehmigungs- und Haftungsfragen sowie Unsicherheiten bei Nachfrage und Geschäftsmodellen. Verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Unterstützung können dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und Investitionen anzureizen.

Dagmar Fehler, CEO und Sprecherin der NOW GmbH:

Die Studie zeigt konkrete Handlungsoptionen für Flughafenbetreiber, Politik und Wirtschaft auf. Sie macht deutlich, dass Wasserstoff an Flughäfen sinnvoll, tragfähig und zukunftsfähig eingesetzt werden kann – doch es wird kein Sprint, sondern ein systemischer Transformationsprozess. Tragfähig wird der Hochlauf nur, wenn Infrastruktur modular wächst, regional eingebettet ist und gemeinsam mit Partnern genutzt wird. Wer heute so plant, schafft morgen echte Handlungsfähigkeit.

Die Studie sowie eine Management Summary sind online verfügbar. Die NOW GmbH stellt die Ergebnisse zudem am 27. Mai 2026 im Rahmen eines Online-Seminars mit den Autorinnen und Autoren der Studie im Detail vor.