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Stadtentwicklung, Wohnen

Die Städte und Gemeinden in Deutschland verfügen über einzigartige kulturelle und bauliche Qualitäten, große soziale Integrationskräfte und umfassende ökonomische Entwicklungschancen für Wachstum und Innovation. Diese Potenziale sollen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und der Lebensqualität in europäischen Städten und Gemeinden konsequent weiterentwickelt werden.
Gleichzeitig zu ihrer wachsenden öffentlichen Akzeptanz und Beliebtheit stehen die Städte aber derzeit vor massiven Herausforderungen, denen sie sich unter großem Zeitdruck und umfassender Komplexität stellen müssen: dem demografischen Wandel, dem wirtschaftlichen Strukturwandel, den Anforderungen von Klimaschutz und Klimaanpassung ebenso wie sozialer Stabilität und Integration.
Angemessenes Wohnen ist die Basis der Teilhabe am städtischen Leben. Besonderes Anliegen ist es, dass junge Familien mit Kindern in den Städten und ältere Menschen in ihrem angestammten Quartier wohnen bleiben können. Unter anderem müssen Barrieren reduziert und nach Möglichkeit beseitigt werden, damit ältere Menschen möglichst lange unabhängig und selbst bestimmt in ihrem vertrauten Wohnumfeld leben können. Um Städte als Wohnstandort attraktiv zu erhalten, müssen auch Stadt- und Stadtteilzentren ihre Rolle als Orte der Identifikation der Stadtgesellschaft und Kristallisationspunkte des täglichen Lebens wahrnehmen können.
Nationale Stadtentwicklungspolitik
In Deutschland hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im direkten Anschluss an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2007 und die Leipzig Charta Grundzüge einer eigenständigen "Nationalen Stadtentwicklungspolitik" entwickelt und mit den Ländern und Kommunen abgestimmt. Mit Bezug auf die relevanten europäischen Zielsetzungen soll mit der Initiative die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und seiner Städte und Regionen gestärkt werden (Bezug zur "Lissabon-Strategie"). Zugleich sollen sich Städte und Gemeinden im Sinne der Nachhaltigkeit entwickeln, den sozialen Ausgleich befördern, die natürlichen Lebensgrundlagen schonen und ihre Funktion als Kulturträger wahrnehmen (Bezug zur "Göteborg-Strategie").
Die Nationale Stadtentwicklungspolitik ist seit 2007 die Klammer, um unterschiedliche Programme, Projekte, Maßnahmen und Instrumente der Stadtentwicklung und Städtebauförderung zusammenzubringen und die zahlreichen Akteure aus den verschiedenen Segmenten der Stadtpolitik an einen "runden Tisch der Stadtentwicklung" einzuladen. Sie steht für integrierte Politik und die Breite der Aktivitäten, mit denen Stadtpolitik zu einem öffentlichen Thema gemacht werden soll. Sie steht ebenso in der Folge der "Territorialen Agenda der Europäischen Union" von 2007, in der die Vielfalt und Polyzentralität als Chance und Ziel der gemeinsamen Kohäsionspolitik formuliert wird.

