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Städtebaulicher Denkmalschutz

Foto: Fachwerkhäuser in Quedlinburg - Link zu einer vergrößerten Bildansicht in einem neuen Browserfenster
Auch Quedlinburg wurde im Rahmen des Programms gefördert (Quelle: Bundesbildstelle / Reineke)

In vielen Städten sind nicht nur einzelne Gebäude erhaltenswert, sondern ganze Straßenzüge, Plätze, historische Stadtkerne oder Stadtquartiere. Aufgabe des Städtebaulichen Denkmalschutzes ist es, diese historischen Ensembles mit ihrem besonderen Charakter und in ihrer Gesamtheit zu erhalten. Das Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz unterstützt Gesamtmaßnahmen, um insbesondere historische Stadtkerne zu erhalten.

Von der Programmeinführung 1991 bis 2009 hat der Bund insgesamt 199 ostdeutsche Städte mit Bundesfinanzhilfen unterstützt, damit sie ihre innerstädtischen Flächendenkmale erhalten und an zukünftige Generationen weitergeben können. Im Jahr 2009 wurde das Programm auch in den alten Bundesländern eingeführt. Hier konnten Maßnahmen in 119 Städten unterstützt werden. Dabei sollen die historischen Stadtkerne und -quartiere nicht zu Museen werden. Vielmehr sollen sie sich zu lebendigen Orten entwickeln, die für Wohnen, Arbeit, Kultur und Freizeit gleichermaßen attraktiv sind und sowohl Einwohner als auch Besucher anziehen.

Auch als Wirtschafts- und Standortfaktor sind baukulturell wertvolle Stadtkerne und -quartiere von großer Bedeutung: Historisch gewachsene Stadtkerne mit ihrem individuellen Erscheinungsbild ziehen Touristen an und werden von Unternehmen bei der Standortwahl bevorzugt. Darüber hinaus stärken Sanierungsmaßnahmen die örtliche mittelständische Wirtschaft, insbesondere das Handwerk.

Insgesamt stellte der Bund von 1991 bis Ende 2009 für das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz rund 1,85 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Jahr 2010 stellt der Bund weitere rund 100 Millionen Euro Bundesfinanzmittel zur Förderung städtebaulicher Maßnahmen im Städtebaulichen Denkmalschutz zur Verfügung.
Bei der Umsetzung des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz wird der Bund durch eine von ihm berufene Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz beraten, die regelmäßig in den Programmkommunen tagt.

Zur Organisation des Wissenstransfers zwischen Bund, Ländern und Kommunen hat der Bund eine Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz eingerichtet. Sie soll helfen den Erfahrungsaustausch zu Themen des Programms und seiner Umsetzung zu vertiefen.
Jährlich findet ein Bundeskongress zum Austausch über den Städtebaulichen Denkmalschutz statt.

Um die vielfältigen Facetten unserer Altstädte, historischen Stadtbereiche und Denkmalensembles zu dokumentieren und eine breitere Öffentlichkeit für den Themenbereich Städtebaulicher Denkmalschutz zu sensibilisieren, hat Herr Bundesminister Dr. Ramsauer gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Herrn Prof. Dr. Gottfried Kiesow, am 26.01.2010 einen bundesweiten Fotowettbewerb zum Städtebaulichen Denkmalschutz ausgelobt. Der Fotowettbewerb "Bitte lächeln, alte Stadt." wendet sich an professionelle Fotografen und Hobby-Fotografen als Einzelpersonen sowie Schulen. Einsendeschluss ist der 15.08.2010. Ausführliche Informationen sind im Internet unter www.bitte-laecheln-alte-stadt.de abrufbar (siehe Link in der rechten Kontextspalte).