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Lärmschutz im Schienengüterverkehr: Pilot- und Innovationsprogramm zur Reduzierung des Lärms durch Güterverkehr auf der Schiene

Foto eines Güterwagens - Link zu einer vergrößerten Bildansicht in einem neuen Browserfenster
Güterwagen (Quelle: Fotolia.com / Gudella)

Das Nationale Verkehrslärmschutzpaket des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zielt insbesondere auf Vermeidung bzw. Begrenzung von Lärm an der Quelle als die wirksamste Lärmvorsorge. 
Deshalb startet die Bundesregierung  im Jahr 2008 ein Pilot- und Innovationsprogramm zur Lärm mindernden Umrüstung bestehender Güterwagen.

Mit dem Pilot- und Innovationsprogramm werden wesentliche Grundlagen für eine flottenbezogene Ausrüstung bestehender Güterwagen mit leiser Technik geschaffen und es erfolgt ein rascher Einstieg in die Umrüstung. Im Ergebnis wird bereits im Jahr 2012 eine substanzielle Lärmminderung in der Güterwagenflotte für möglich gehalten.

Das Pilotprojekt

Das Pilotprojekt beinhaltet eine beispielhafte Umrüstung bestehender Güterwagen. Hiermit sollen bereits kurzfristige Erfolge durch einen gezielten Einsatz leiser Wagen auf einem ausgewählten hoch belasteten Korridor ermöglicht werden. Eine Teststrecke wurde im Rheintal verortet.

Mit dem Pilotprojekt sollen die Hürden einer erstmaligen Umrüstung gesenkt werden, indem Erkenntnisse zum erforderlichen Engineering und zu erforderlichen Zulassungen praktisch gewonnen und erprobt werden. Diese sollen für zukünftige Fälle zur Verfügung stehen und die Basis für Verfahren mit möglichst geringem administrativem und technischem Aufwand bilden.

Die weiteren ordnungsrechtlichen Maßnahmen, insbesondere ein emissionsabhängiges Trassenpreissystem, sollen mit einem Programmbaustein zur Wagenerfassung vorbereitet werden.

In der Pilotphase wird also geprüft, ob die Kosten zur Nutzung der Schienenwege zukünftig nicht mehr Zug bezogen, sondern an der Anzahl der Wagen bemessen werden. Emissionsarme Wagen, die mit neuen K- oder LL-Sohlen (K-Sohlen = Komposit-Bremssohlen und LL-Sohlen = Low-Low-Bremssohlen) ausgerüstet sind, könnten niedriger bepreist werden als laute Wagen.

Über die Ausgestaltung eines emissionsabhängigen Trassenpreissystems wird unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Pilotprojekts zu entscheiden sein.

Das Innovationsprogramm

Das Innovationsprogramm zielt auf die weitere Verbesserung und breitere Verfügbarkeit von Lärm mindernden Umrüstlösungen für klotzgebremste Güterwagen. Dies gilt sowohl für die K-Sohlen als auch die LL-Sohlen. Beide gehören zu den so genannten Verbundstoffsohlen oder  "Flüsterbremsen", die deutlich leiser als die zur Zeit überwiegend verwendeten Graugusssohlen sind.

Es wird angestrebt, die Kosten und Risiken der Entwicklung weiterer bzw. verbesserter Bremssohlentypen für die Umrüstung zu verringern und die Entwicklung zu beschleunigen.

Insbesondere die Entwicklung der LL-Sohle ist auch für die Lärmreduzierung auf europäischer Ebene sehr positiv zu bewerten, da durch die deutsche Initiative die Markteinführung einer Technologie beschleunigt wird, die auch in anderen Ländern eine kostengünstige und schnelle Umrüstung auf lärmarme Bremssohlen erlaubt.

Damit verbessern sich die Perspektiven, auch auf europäischer Ebene konkrete Vereinbarungen für einen verbesserten Lärmschutz bei der Bestandsflotte zu erzielen.

Finanzierung

Insgesamt sind für das Pilot- und Innovationsprogramm rund 40 Millionen Euro vorgesehen, die auf vier Jahre verteilt werden.

Steuerung des Programms

Für die Steuerung des Pilot- und Innovationsprogramms ist die interministerielle Arbeitsgruppe unter Federführung des BMVBS verantwortlich, die in fachlichen und administrativen Fragen durch einen Projektträger unterstützt werden soll. Parallel zur Ausschreibung des Projektträgervertrags ist eine Notifizierung des Pilot- und Innovationsprogramms bei der EU-Kommission vorgesehen. Anknüpfend an die Notifizierung des Pilot- und Innovationsprogramms können weiter gehende Initiativen zur Umrüstung der Bestandsflotte auf europäischer Ebene erörtert werden.

 


 

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