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Nationaler Radverkehrsplan "FahrRad!"
Kein Verkehrsmittel wird so unterschätzt wie das Fahrrad. Dabei ist es auf den kurzen Strecken und in der Stadt eine sinnvolle Alternative zum motorisierten Individualverkehr. Aber auch in der Freizeit und für Urlaubszwecke bietet sich das Fahrradfahren an.
In Deutschland werden gegenwärtig 9 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das sind im Jahresdurchschnitt rund 300 Kilometer pro Einwohner. Damit ist das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Das zeigt ein Blick auf unsere europäischen Nachbarn. Die Niederländer nutzen beispielsweise für 27 Prozent aller Wege das Fahrrad. In einigen Städten liegt der Radverkehrsanteil sogar bei rund 40 Prozent.
Gerade in den Ballungsräumen, wo die Hälfte aller PKW-Fahrten kürzer als 5 Kilometer sind, kann das Fahrrad seine Vorteile voll ausspielen: Es ist nicht nur umweltfreundlich (kein Lärm, keine Abgase), das Fahrrad hält auch seine Benutzer fit. Außerdem spart es Nerven, da die Parkplatzsuche entfällt.
Darüber hinaus ist die Erhöhung des Fahrradanteils am Gesamtverkehr im Rahmen einer integrierten Verkehrspolitik auch ein Beitrag zur Sicherung der Gesamtmobilität.
Schon jetzt baut der Bund jährlich 300 Kilometer neue Radwege, hat unter Einhaltung bestimmter Kriterien das entgegengesetzte Befahren von Einbahnstraßen erlaubt und investiert in umfangreiche Verkehrssicherheitsmaßnahmen.
Eckpunkte für einen "Nationalen Radverkehrsplan"
Mit dem Projekt "Nationaler Radverkehrsplan" hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung einen breiten gesellschaftlichen Dialog über neue Wege zur Fahrradförderung initiiert. Ziel ist, alle Aktivitäten im Fahrradbereich zu bündeln und die Aktivitäten der Kommunen, Länder und des Bundes zu koordinieren:
Eckpunkte für einen "Nationalen Radverkehrsplan"
- Koordinierung der fahrradtouristischen Angebotspalette sowie deren nationale und internationale Vermarktung;
- Vernetzung mit Nahverkehrsunternehmen (ÖPNV) und Bahnen;
- Weiterentwicklung der national bedeutenden Radwege, Qualitätssicherung und Fortsetzung des Ausbaus;
- Ermittlung der bestehenden finanziellen Fördermöglichkeiten des Radwegebaus;
- Stärkere Nutzung der Mittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz;
- Erschließung neuer, auch europäischer Fördertöpfe zur Finanzierung neuer Radwege;
- Vorrang der Schaffung eines Radwegenetzes vor einem bloßen Ausbau von Wegen;
- Zusammenfassung und Durchsetzung der drängendsten Maßnahmen in einem gemeinsamen "Lückenschluss-Konzept für Velo-Netze" von Bund, Ländern und Gemeinden;
- ein Wettbewerb, um die besten radfreundlichen Konzepte zu prämieren.
Wirtschaftfaktor Fahrrad
Fahrradfahren ist ohne Zweifel eine gesunde Art der Fortbewegung und stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Das Fahrrad ist längst kein ökonomisches Nischenprodukt mehr, sondern hat den Umsatz des Fahrradhandels bereits über rund vier Milliarden Euro gebracht. In diesem Bereich sind weit mehr als 50.000 Menschen in über 6.800 Betrieben beschäftigt. Der Fahrradtourismus hat sogar einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro erreicht. Fahrradfahren ist nach Wandern und Schwimmen die drittbeliebteste Freizeitbeschäftigung der Deutschen.
Der Bund unterstüzt das Fahrradfahren intensiv. So sind an Bundesfernstraßen bereits über 16.000 Kilometer Radwege entstanden und jährlich kommen über 300 Kilometer hinzu. Dafür gibt der Bund jährlich rund 2 Prozent der Straßenbauinvestitionen aus, das sind circa 100 Millionen Euro pro Jahr.


