Inhaltsbereich

zurück zum Seitenanfang

Motorradfahren - aber sicher

Foto eines Motorradfahrers im Seitenspiegel eines Autos - Link zu einer vergrößerten Bildansicht in einem neuen Browserfenster
(Quelle: RRF - Fotolia.de)

Nach stetigem Anstieg der Neuzulassungen von Motorrädern in den vergangenen Jahren, wurden 2009 mit 155.058 Motorrädern rund 30.000 Motorräder weniger neu zugelassen als 2008. Mit 650 tödlich verunglückten Fahrer und Mitfahrer von Motorrädern verunglückten 2009 ungefähr gleich viele Motorradbenutzer tödlich wie im Vorjahr. Da ein großer Teil des Motorradverkehrs durch Freizeitverkehr geprägt ist, kann es witterungsbedingt zu Schwankungen der Unfallzahlen in einzelnen Jahren kommen.

Die Anzahl der getöteten Fahrer und Mitfahrer hat sich in Abhängigkeit vom Alter seit 1991 unterschiedlich entwickelt.

Link zu einer vergrößerten Bildansicht in einem neuen Browserfenster
Quelle: BMVBS

Während in den Alterklassen bis unter 35 Jahre die Anzahl der tödlich Verunglückten seit Anfang der 90er Jahre rückläufig ist, ist in den Altersklassen der über 35-Jährigen die Anzahl der tödlich Verunglückten bis 2001 stark angestiegen und seitdem rückläufig (18 bis unter 25 Jahre: 139; 25 bis unter 35 Jahre: 142; 35 bis unter 45 Jahre: 161; 45 bis unter 55 Jahre: 123; 55 Jahre und älter 85).

 

 

 

Was Sie als Motorradfahrer unbedingt beachten sollten

Um sich und andere nicht zu gefährden, gilt im Stadtverkehr wie auf Landstraßen und Autobahnen:

  • Fahren Sie IMMER mit Abblendlicht, ob bei Sonnenschein oder Regenwetter,
  • bewegen Sie sich nicht im toten Winkel anderer Fahrzeuge,
  • schneiden Sie keine Kurven,
  • meiden Sie gefährliche Überholmanöver und
  • trinken Sie keinen Alkohol.
Tragen Sie die richtige Kleidung

Ohne eine feste Jacke, ohne Handschuhe und Stiefel steigen Sie nicht aufs Motorrad. Handschuhe und Stiefel helfen Hand- und Fußverletzungen vermeiden, die auch bei leichten Unfällen und Stürzen sehr häufig auftreten, eine Jacke gegen Auskühlen, ein Nierengurt gegen Nierenschäden.

Für Ihre Gesundheit, Ihr Aussehen, Ihre Sicherheit gibt es eine Riesenauswahl an Jacken, Hosen oder Kombinationen, aus Leder, Textil, gummiertem Gewebe und vielen anderen Materialien und Materialkombinationen, für jeden Motorradtyp, für jeden Fahrertyp, individuelle Motorradbekleidung.

Kombis, Jacken, Hosen sollten auf jeden Fall Protektoren haben. Protektoren schützen Schultern, Unterarme, Hüften und Knie, Körperteile, die auch bei leichteren Stürzen gefährdet sind. Protektoren gibt es fest eingebaut oder in Taschen zum Herausnehmen. Sie schützen allerdings nur, wenn sie IMMER an der richtigen Stelle sitzen.
Protektoren müssen nach der Norm CEN 1621-1 bzw. EN 1621-1 geprüft und zertifiziert sein, Rückenprotektoren nach der Norm CEN 1621-2.

Helle Farben werden deutlich besser gesehen als dunkle. Auch Sicherheitswesten und Reflektorbänder erhöhen die Sicherheit.

Niemals ohne Helm

Ohne Helm läuft nichts, gar nichts. Weil es gesetzlich vorgeschrieben ist und weil ein Biker sowieso niemals auf den wichtigsten Schutz verzichtet. Der Helm sollte nach der Norm ECE R 22, möglichst Version 05, geprüft sein.

Der Helm muss passen, eng am Kopf anliegen. Darf sich auf dem Kopf nicht bewegen, nicht drehen lassen und nicht drücken. Lassen Sie sich für diese Probe Zeit und macht Sie mit dem Helm eine Probefahrt.
Das Visier sollte kratzfest sein und nicht beschlagen. Wenn das Visier verkratzt ist, tauschen Sie es aus.

Bei einem Crash kann sich das Dämpfungsmaterial im Helm verformen, weil es viel Energie aufnehmen muss. Deshalb muss nach einem Crash der Hersteller den Helm prüfen. Der Helm kann entweder neu gepolstert werden. Oder er wird aus dem Verkehr gezogen.

Was Sie als Autofahrer unbedingt beachten sollten

Geschwindigkeit

Autofahrer unterschätzen oft die Geschwindigkeit von Motorradfahrern.
Wenn Sie also ein Zweirad im Rückspiegel sehen, seien Sie besonders vorsichtig und starten Sie keine Überholmanöver mehr. Das Motorrad könnte schneller hinter - oder schlimmer noch - neben Ihnen sein, als Sie denken.

Motorradgruppen

Ärgern Sie sich nicht, wenn eine Gruppe Motorradfahrer in großem Abstand versetzt voneinander vor Ihnen fährt. Was für Sie vielleicht wie eine Behinderung des Verkehrsflusses aussieht, ist in Wirklichkeit eine Sicherheitsmaßnahme: Die Motorradfahrer können so besser die Verkehrssituation überblicken und verursachen im Notfall keine Auffahrunfälle, sondern sind besser in der Lage, der Gefahrensituation auszuweichen.

Toter Winkel

Auch im Stadtverkehr lauern Gefahren: Sowohl Motorradfahrer als auch Fahrradfahrer geraten wegen Ihrer schmalen Silhouette früher als ein Pkw in den toten Winkel und kommen erst später wieder heraus. Blicken Sie als Autofahrer darum immer zweimal in den Außen- und Rückspiegel und vergessen Sie nicht den Blick aus dem Seitenfenster BEVOR Sie abbiegen.

Platz lassen

Bleiben Sie gelassen, wenn ein Motorradfahrer sich in Ihren Augen unnötig breit macht. Bei langsamen Geschwindigkeiten und beim Anfahren kann ein Motorrad etwas instabil werden und schlingern. Darum braucht ein Motorrad beispielsweise vor der Ampel auch eine ganze Spur und kann sich nicht gefahrlos zwischen zwei Autos einreihen.

Fahren Sie immer nach dem Grundsatz: Keine unnötigen Risiken eingehen und verantwortlich mit allen Verkehrsteilnehmern umgehen.

 

 

 

 

Marginalspalte

zurück zum Seitenanfang

Interne Links

Externe Links