Quelle: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
Die städtische Logistik spielt eine zentrale Rolle für die Funktionsfähigkeit von Städten, da sie die Versorgung von Bevölkerung, Handel und Industrie sicherstellt. Angesichts des steigenden Online-Handels und begrenzter Verkehrsflächen gewinnt eine effiziente und nachhaltige Stadtlogistik zunehmend an Bedeutung. Sie trägt dazu bei, Verkehrsbelastungen, Emissionen und Lärmbelastung zu reduzieren, und fördert gleichzeitig die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Über die Förderrichtlinie Städtische Logistik hat das Ministerium die Erstellung städtischer Logistikkonzepte, die Erstellung von Machbarkeitsstudien sowie die Umsetzung konkreter Einzelvorhaben im Bereich der städtischen Logistik gefördert. Der vierte und letzte Förderaufruf endete im August 2021. Die geförderten Projekte können auf der Förderlandkarte des BMV eingesehen werden. Voraussichtlich Anfang 2026 wird die Evaluierung der Förderrichtlinie veröffentlicht.
Die Elektromobilität ist eine Schlüsseltechnologie für den nachhaltigen Verkehr der Zukunft. Elektrofahrzeuge tragen insbesondere im städtischen Kontext dazu bei, Emissionen und Lärm zu reduzieren. Das Ministerium unterstützt mit umfangreichen Aktivitäten die kommunalen Akteure beim Umstieg auf Elektromobilität vor Ort und beim Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.
Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie kann bei der Logistik im schweren Güterverkehr zur Dekarbonisierung des Verkehrs beitragen. Ergänzend zur Elektromobilität mit Batterie liegen die Vorteile bei Wasserstoffanwendungen beim Transport von schweren Gütern und auf langen Strecken. Die Anwendung erstreckt sich dabei u.a. über Anlieferverkehre an Logistikknoten bis hin zu Abfallsammelfahrzeugen. Die europäische Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) sieht für sog. städtische Knoten den Aufbau mindestens einer Wasserstofftankstelle bis 2030 vor.
Auch der Einsatz von Fahrrädern bietet Potenziale für einen emissionsfreien und lärmarmen Wirtschaftsverkehr in Städten und Ballungsräumen.
Insbesondere mit Lastenrädern können Liefer- und Wirtschaftsverkehre auf das Fahrrad verlagert werden. Das BMV förderte und fördert daher verschiedene nicht-investive Modellvorhaben zu diesem Thema. Dazu gehören u. a. die folgenden Projekte:
Studien und Gutachten im Auftrag des Bundes:
- Im Januar 2026 hat das Ministerium ein Sachverständigengutachten zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für den Transport von Gütern in Fahrzeugen des ÖPNV oder auf der Infrastruktur des ÖPNV veröffentlicht, das im Auftrag des Ministeriums von der Universität Passau erstellt wurde. Die Stellungnahme des Ministeriums zu den Ergebnissen des Gutachtens kann hier abgerufen werden.
- Im November 2020 hat das Ministerium eine „Studie zur Veränderung des gewerblichen Lieferverkehrs und dessen Auswirkungen auf die städtische Logistik“ veröffentlicht, die im Auftrag des Ministeriums von der LNC LogisticNetwork Consultants GmbH und Fraunhofer IML erstellt wurde. Im Rahmen der Studie wurden die Auswirkungen des Lieferverkehrs auf den Gesamtverkehr in Städten untersucht sowie Best-Practice-Beispiele aufbereitet, mit denen das Ministerium die Länder und Kommunen in ihren Bemühungen um eine effiziente und zukunftsfähige Logistik unterstützen möchte.