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Angesichts des raschen technologischen und gesellschaftlichen Wandels ist die anwendungsorientierte Forschung von zentraler Bedeutung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Sie trägt dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse frühzeitig für die Praxis nutzbar zu machen, Innovationen zu unterstützen und die technologische und regulatorische Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu stärken.
Die anwendungsorientierte Forschung im Bundesministerium für Verkehr (BMV) und in seinen nachgeordneten Behörden ist in eine Vielzahl von nationalen, europäischen und internationalen Prozessen und Gremien eingebunden. Sie ist wichtiger Brückenbauer zwischen Grundlagenforschung und Innovation auf der einen Seite und deren praktischen Anwendung, etwa in Politik, Rechtsetzung, Regelwerken, Investitionen, Zulassung und Systemintegration auf der anderen Seite. Dabei verbindet sie die ganzheitliche, interdisziplinäre Betrachtung wichtiger Themenfelder mit der dezidierten Detailbetrachtung spezifischer Fragestellungen. Gerade im Bereich der Digitalisierung der Mobilität spielen Interdisziplinarität und Sektorkopplungen eine wichtige Rolle.
Das BMV steht in intensivem Austausch mit anderen Bundesressorts und gestaltet die Strategien für Forschung und Innovation der Bundesregierung mit seinen Beiträgen aktiv mit. Die themenspezifische Expertise des BMV, insbesondere hinsichtlich komplexer Anwendungsfragen und Bedarfe oder in Bezug auf das regulatorische Umfeld oder Infrastrukturen, liefert zudem wichtige Impulse für Strategien auch anderer Ressorts in relevanten Zukunftsfeldern.
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Bei der Gestaltung der gesamtgesellschaftlichen Transformation und dem Erreichen des übergeordneten Ziels der Klimaneutralität bis 2045 nimmt die Ausgestaltung der zukünftigen Mobilität eine Schlüsselrolle ein. Dem steigenden Bedarf an Innovationen und den spezifischen Herausforderungen für die zügige Implementierung und Systemintegration wegweisender Zukunftstechnologien entsprechend, ist es das Ziel, die Forschung im BMV in den kommenden Jahren weiter zu stärken.
Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die maßgeblichen Impulse, welche die Mobilität von morgen in Deutschland bestimmen, zunehmend aus Feldern außerhalb des Verkehrsbereichs stammen. Daher ist die ressortübergreifende Ausrichtung der Forschungs- und Innovationspolitik für die nachhaltige Transformation der Mobilität unerlässlich. Wesentliche Treiber sind richtungsweisende Technologie- und Innovationssprünge wie beispielsweise KI-Anwendungen, IT-basierte komplexe Systementwicklungen, Elektronik, Automatisierung sowie autonome Systeme, Robotik und Weltraumtechnologien, Entwicklungen im Energie- und Kraftstoffsektor sowie die Quantentechnologien. Dies gilt auch für die Resilienz der Verkehrs- und Datensysteme, die Sicherung der kritischen Infrastrukturen und die Sicherung der nationalen Souveränität im Mobilitätsbereich, wozu auch der Schutz der Lieferketten gehört.
Die übergeordneten Rahmenbedingungen für die Mobilität werden zunehmend außerhalb des Mobilitätsbereichs festgelegt, z. B. von Akteurinnen und Akteuren der Klima-, Energie- und Umweltpolitik, Verteidigungspolitik, Gesundheitspolitik, Wettbewerbspolitik und geostrategischen Politik. Auch innerhalb der Mobilitätsforschungsthemen sind die Übergänge zwischen den Bundesressorts zu den einzelnen Forschungsfeldern fließend. Daher ist eine ressortübergreifende Koordinierung der Themen und Gestaltung großer Förderprogramme auch zukünftig unerlässlich.
Die neuen KI-Technologien bilden auch im Verkehr die Basis für zahlreiche Forschungsinitiativen. Unternehmen sollen dabei unterstützt werden, die aus der Forschung erwachsenden Potenziale der KI-Technologien stärker zu erschließen, um erfolgreich im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
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Um den Einsatz automatisierter und vernetzter Fahrfunktionen im ländlichen und städtischen Raum unter Einbeziehung des öffentlichen Verkehrs und des Güterverkehrs zu erforschen und vorzubereiten, wurden in den letzten Jahren mehrere Digitale Testfelder für die verschiedenen Verkehrsträger bzw. zu erprobenden Technologien eingerichtet. Beispiele hierfür sind das Offene Digitale Testfeld Schiene des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) sowie das Förderprogramm Digitale Testfelder Wasserstraßen zur Automatisierung der Binnenschifffahrt. Das BMV fördert zudem die grenzüberschreitende Erprobung von Technologien für das automatisierte und vernetzte Fahren auf dem Digitalen Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg.
Das BMV wirkt in internationalen Organisationen sowie europäischen und internationalen Ausschüssen mit. Dabei werden deutsche Interessen im Rahmen der Gestaltung der Rahmenbedingungen für europäische und internationale Forschungsprogramme vertreten. Dies umfasst insbesondere die Mitwirkung an europäischen Forschungsprogrammen, Arbeitsprogrammen und Partnerschaften im Mobilitätsbereich. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Cluster 5 (Klima, Energie, Mobilität) des EU-Forschungsrahmenprogramms Horizon Europe. Die Ressortforschungseinrichtungen des BMV sind daneben aktiv in europäische und internationale Netzwerke sowie Forschungs- und Innovationspartnerschaften eingebunden.
Das BMV engagiert sich maßgeblich für den internationalen wissenschaftlichen Austausch und ein kollaboratives Lernen zu Mobilitätspolitik und -forschung über das International Transport Forum (ITF) bei der OECD, einer zwischenstaatlichen Organisation mit 72 Mitgliedstaaten. Im Rahmen des Forschungsausschusses (TRC) des ITF gestaltet das BMV gemeinsame Arbeitsprogramme und Forschungsthemen mit. Zugleich fungiert der TRC als Think Tank für die jährlichen Ministergipfel des ITF in Leipzig. Das BMV und seine Ressortforschungseinrichtungen beteiligen sich an international besetzten Arbeitsgruppen und Runden Tischen des ITF, in denen Empfehlungen zu wesentlichen Zukunftsthemen im Mobilitätsbereich erarbeitet werden.
Abschließend ist festzuhalten, dass es das Ziel der Bundesregierung ist, gemeinsam mit den Ländern und der Wirtschaft die Ausgaben für Forschung und Innovation auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Hierzu leistet die Ressortforschung des BMV mit ihren vielfältigen Forschungsprogrammen und -aktivitäten einen wichtigen Beitrag.