Quelle: BSAG
Problemstellung
In der Stadt Bremen soll die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gesteigert werden. Jedoch fühlen sich viele Fahrgäste im ÖPNV zunehmend unsicher. Obwohl die Anzahl der tatsächlichen Übergriffe sich gegenüber dem Niveau vor der Corona-Pandemie nicht erhöht hat, hat sich das subjektive Sicherheitsempfinden verschlechtert. Vereinzelte Konfliktsituationen und Aggressionsverhalten tragen zum Gefühl der Unsicherheit bei. Zudem fehlen geeignete Sicherheitsmaßnahmen, um diese Situationen vermeiden oder schnell auf sie reagieren zu können. Daher fällt die Wahl noch häufig auf das Auto als Verkehrsmittel – zu Lasten des Klimaschutzes.
Projektziel
Ziel des Vorhabens ist es, das Sicherheitsgefühl im ÖPNV in der Stadt Bremen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) langfristig zu steigern. Durch das automatisierte System „AI-Watch“ sollen sicherheitskritische Verhaltensmuster und gefährliche Objekte in Fahrzeugen der BSAG erkannt werden. Kameras in den Fahrzeugen erfassen Bewegungsmuster, die mit Hilfe der KI analysiert und zur Erkennung potenziell gefährlicher Verhaltensweisen oder Gegenstände genutzt werden. Durch die frühzeitige Erkennung solcher Vorfälle können Fahrpersonal und Leitstelle schneller reagieren und geeignete Maßnahmen einleiten. Dadurch sollen das Vertrauen in den ÖPNV und das Wohlbefinden der Fahrgäste und die Fahrgastzahlen gesteigert werden.
Durchführung
Zur Umsetzung des Vorhabens werden in den Straßenbahnen zusätzliche Rechner installiert, die in das bestehende IP-Netzwerk eingebunden werden. Bereits vorhandene Kameras liefern dem System einen Videodatenstrom, der lokal im Fahrzeug verarbeitet wird. Die Gesichter der Fahrgäste werden unkenntlich gemacht. Dadurch bleiben die Daten geschützt, und das System kann nahezu in Echtzeit reagieren. Bei der Erkennung potenzieller Gefahren wird eine Meldung an die Leitstelle oder den Fahrdienst gesendet, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Der technische Aufwand ist gering: Der Rechner benötigt lediglich Strom und einen Netzwerkanschluss, sodass der Einbau pro Fahrzeug innerhalb weniger Stunden möglich ist. Seit April 2025 läuft ein Pilotbetrieb in einem ersten Fahrzeug. Die dort erfassten Ereignisse wurden systematisch mit Betriebsberichten abgeglichen, um die Zuverlässigkeit der Erkennung zu bewerten und die Algorithmen weiter zu optimieren.
Beitrag zur Luftreinhaltung
Der Einsatz KI-basierter Systeme zur automatischen Erkennung von kritischen Verhaltensmustern in Straßenbahnen trägt zu einem verbesserten Sicherheitsgefühl und somit einer erhöhten Attraktivität des ÖPNV bei. Bisher konnten Kameras in den Fahrzeugen der BSAG lediglich das Geschehen aufzeichnen, aber keine unmittelbaren Maßnahmen zur Gefahrenvermeidung auslösen. Durch diese Innovation wird das Vertrauen der Fahrgäste gestärkt und das Wohlbefinden erhöht. Dies fördert einen Umstieg z. B. vom privaten Pkw auf den ÖPNV, was zu einer nachhaltigeren Mobilität und einer Verringerung der Luftschadstoffe in Bremen führt.
| Förderkennzeichen | 16DKV72014 |
| Zuwendungsempfänger | Bremer Straßenbahn |
| Projektvolumen | 530.051 € (davon 424.041 € Förderanteil durch BMV) |
| Projektlaufzeit | 01.01.2025 – 31.12.2026 |
| Ansprechpartner | Tim Weilandt Tel.: +49 421 5596-434 E-Mail: timweilandt@bsag.de |