Quelle: BMV
Forschung direkt in die Anwendung bringen – das ist die Kernaufgabe des Expertennetzwerks, in dem sieben Ressortforschungseinrichtungen und Fachbehörden aus dem Geschäftsbereich des Ministeriums an Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft arbeiten. Erstmals wurden so verkehrsträgerübergreifende Analysen zu den Klimawirkungen auf Schiene, Straßen und Wasserstraßen mit einheitlichen Szenarien durchgeführt und darauf aufbauend konkrete Hinweiskarten für die Verkehrsträger entwickelt. Sie zeigen, wie und wo sich Folgen des Klimawandels auswirken und welche Maßnahmen dementsprechend ergriffen werden müssen.
In einer Online-Konferenz stellten die Forscherinnen und Forscher zentrale Ergebnisse der ersten Phase und die neuen Schwerpunkte der sich jetzt anschließenden zweiten Phase vor. Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Initiativen nahmen an der Veranstaltung teil.
Zum Expertennetzwerk
Das Expertennetzwerk ist das verkehrsträgerübergreifende Forschungsformat in der Ressortforschung des Ministeriums. Unter dem Leitmotiv „Wissen – Können – Handeln“ haben sich sieben Ressortforschungseinrichtungen und Fachbehörden des Ministeriums 2016 zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Ziel ist es, drängende Verkehrsfragen der Zukunft unter anderem in den Bereichen Klimawandel, Umweltschutz, alternde Infrastruktur und Digitalisierung zu erforschen und durch Innovationen eine resiliente und umweltgerechte Gestaltung der Verkehrsträger zu ermöglichen.
Zur ersten Forschungsphase 2016 – 2019
Die Abschlussberichte der ersten Forschungsphase enthalten neben der Klimafolgenforschung so auch Empfehlungen, wie sich Baumaßnahmen beschleunigen und der Erhalt der Infrastruktur verbessern lässt. Dazu hat das Expertennetzwerk verschiedene innovative Verfahren, wie zum Beispiel Bauwerksinspektionen mit zusätzlicher Unterstützung von Drohnen und künstlicher Intelligenz entwickelt. Zusätzlich haben die Forscherinnen und Forscher die Standardisierung von Eisenbahnbrücken erweitert, wodurch der Neubau von Brücken deutlich schneller und langfristig auch kostengünstiger erfolgen wird. Ein neu entwickeltes „Smart Repair Verfahren“ verlängert die Dauerhaftigkeit von Brückenbauteilen erheblich – und das mit nur geringen Einschränkungen für die Nutzerinnen und Nutzer.
Zur zweiten Forschungsphase 2020 – 2025
In der zweiten Forschungsphase werden diese Erkenntnisse und Werkzeuge nun erprobt, weiterentwickelt und ergänzt. Mit einer umfassenden und integrierten Klimawirkungsbewertung untersucht das Expertennetzwerk z.B. das Zusammenspiel der unterschiedlichen Klimaeinflüsse und dessen Auswirkungen auf den Verkehrsbereich. Dafür werden zusätzliche Klimaeinflüsse, wie z.B. Sturmfluten, in die Forschung einbezogen. Aus den Erkenntnissen entwickeln die Forscherinnen und Forscher weitere Maßnahmen für die Praxis, mit denen der Verkehr und die Infrastruktur umweltgerechter und resilienter gestaltet werden können. Hierbei spielen auch die zahlreichen Erkenntnisse aus den anderen Themenfeldern des Expertennetzwerks eine entscheidende Rolle. Im Bereich Big Data, Künstlicher Intelligenz und Linked Data erproben und implementieren die Forscherinnen und Forscher neue praxistaugliche Methoden, um z.B. zukünftig in der Lage zu sein, bisher unbekannte Schadstoffrückstände in den Bundeswasserstraßen oder im Abfluss von Straßen und Gleisanlagen identifizieren und nachverfolgen zu können. Im neu eingerichteten Themenfeld „Verkehrswirtschaftliche Analysen“ untersucht das Expertennetzwerk die Auswirkungen verschiedener Einflüsse auf den Verkehr, etwa der Covid19-Pandemie oder extremen Wetterereignissen. Die Analysen sollen dabei unterstützen, Entwicklungen und Tendenzen im deutschen Güterverkehr noch früher und umfassender zu erkennen.
Alle Ergebnisse der ersten Forschungshase und die Aufzeichnung der Konferenz finden Sie hier.