Quelle: Runter vom Gas
„Abstand halten!“, „Rasen ist doof!“ und „Finger vom Handy!“: Mit diesen Botschaften und selbst gemalten Bildern erinnern Kinder Erwachsene künftig auf Deutschlands Autobahnen an sicheres und rücksichtsvolles Verhalten. Steffen Bilger, Bundesminister für Verkehr, und Christiane Leonard, Vizepräsidentin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), haben gemeinsam mit einigen der jungen Künstlerinnen die sieben neuen Autobahnplakate der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ vorgestellt. Ab Anfang Oktober werden die Motive bundesweit auf rund 700 Plakatflächen zu sehen sein.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger:
Mit dieser Kampagne wollen wir Respekt und Rücksichtnahme vermitteln. Eindringlicher als durch die Augen der Jüngsten unserer Gesellschaft können wir kaum an die Verantwortung jedes Einzelnen appellieren. Daher bin ich den Kindern sehr dankbar für ihren kreativen, mutigen und eindringlichen Einsatz. Ich bin sicher, dass die Motive bei Autofahrern Eindruck hinterlassen und dazu beitragen werden, die Sicherheit auf unseren Straßen weiter zu erhöhen.
Christiane Leonard:
Ursprünglich waren für die neue Plakatstaffel (wie auch in den vergangenen Jahren) drei Motive vorgesehen. Doch angesichts der vielen überzeugenden Einreichungen fiel uns die Auswahl so schwer, dass wir erstmals sieben unterschiedliche Motive an den Autobahnen zeigen werden. Besonders bemerkenswert ist, wie viele Kinder in ihren Zeichnungen das Thema Ablenkung durch das Handy aufgegriffen haben. Daran erkennen wir, wie aufmerksam Kinder das Verhalten von Erwachsenen im Straßenverkehr beobachten. Ihre Bilder erinnern uns eindrücklich an unsere Verantwortung: Abstand halten, die Geschwindigkeit anpassen und sich nicht ablenken lassen. Wenn wir der Vision Zero näherkommen wollen, müssen wir dieser Verantwortung jeden Tag gerecht werden.
Verkehrssicherheit: Botschaften der Kinder zu Herzen nehmen
Zahlreiche Kinder folgten dem öffentlichen Aufruf der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“, Zeichnungen zu den drei häufigsten Unfallursachen auf Autobahnen einzusenden: zu geringer Sicherheitsabstand, unangepasste Geschwindigkeit und Ablenkung am Steuer. Wie sie das umsetzten, blieb ihnen komplett selbst überlassen.
Auffällig bei den vielen Einsendungen war der Schwerpunkt Ablenkung durch Smartphones – übergroße Handys am Steuer, Blicke, die nicht auf die Autobahn gerichtet sind. Unaufmerksames und rücksichtsloses Fahrverhalten entgeht auch Kindern nicht.
Ella, 11 Jahre, fordert klar: „Liebe Autofahrer, bitte haltet Abstand, achtet aufeinander und fahrt nicht zu schnell. Haltet euch an die Regeln im Straßenverkehr.“
Lotta, 11 Jahre, beschreibt ihre Gedanken beim Zeichnen: „Ich habe schon manchmal ein bisschen Angst vor einem Unfall, aber ich habe zum Glück noch keinen gesehen. Ich würde mir weniger Eile wünschen oder dass alle einfach etwas langsamer fahren. Denn es geht ja auch um die anderen, um etwas mehr Rücksicht.“
Maria, 10 Jahre, hat insbesondere das Thema Ablenkung durch Smartphones im Blick: „Wenn Leute aufs Handy schauen, sind sie abgelenkt und so kann schnell ein Unfall passieren. Und das wollte ich mit meinem Bild zeigen.“
Talia, 11 Jahre, betont, was Kinder bewirken können: „Die Verkehrsregeln sind sehr wichtig, weil Leute sich schwer verletzen können oder sogar sterben, wenn sie sich nicht konzentrieren oder die Regeln nicht einhalten. Ich finde es sehr erstaunlich, dass mein Bild an der Autobahn hängen wird, weil ich nicht wusste, dass ich sowas erreichen kann. Wir können damit zeigen, dass Kinder auch ganz viel Mut haben.“
Abschließend fasst Zoe, 10 Jahre, zusammen: „Ich hoffe, meine Zeichnung macht die Straßen sicherer. Ich möchte, dass sich mehr Menschen an die Verkehrsregeln halten.“
Von der Umfrage zur bundesweiten Malaktion: So entstand die Plakatserie
In einer Umfrage im November 2025 fragte die Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ die Bürgerinnen und Bürger nach ihren persönlichen Botschaften an andere Verkehrsteilnehmende auf der Autobahn. Für viele spielte das Thema Kinder und Familie eine große Rolle, andere wünschten sich schockierende Motive.
Aus diesen Antworten wurden drei sehr unterschiedliche Plakatserien entwickelt: „Kinderzeichnungen“, „Totenillustrationen“ und „Leichensäcke“. Im Juni 2026 stimmte die Öffentlichkeit ab. Das Ergebnis war eindeutig: Die Kinderzeichnungen gewannen mit klarem Abstand. Das BMV und der DVR riefen daraufhin die Malaktion ins Leben, um Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen. Die Einsendungen überzeugten mit viel Herz, Ehrlichkeit und klaren Botschaften.
Zur Kampagne „Runter vom Gas“
Seit 2008 machen das BMV und der DVR mit der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ auf Risiken im Straßenverkehr und Unfallursachen aufmerksam. Die Autobahnplakate erreichen Verkehrsteilnehmende auf mehr als 700 Flächen an Autobahnen und Raststätten in ganz Deutschland. Die Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unterstützen die Plakataktion.