Quelle: Lkw-Stellplatzinformationsdienst (SID)
Die Suche nach einem freien Lkw-Stellplatz kostet Zeit, Kraftstoff und Nerven. Mit dem Lkw-Stellplatzinformationsdienst (SID) des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) ist die Belegung von Lkw-Stellplätzen digital abrufbar – nahezu in Echtzeit und direkt im Fahrerhaus.
Warum der SID die Logistik nachhaltig verändert:
- Kostenfrei: Die Belegungsdaten werden über die Mobilithek des Bundes ohne Gebühren bereitgestellt.
- Echtzeitnah: Die Belegungsstände werden fortlaufend aktualisiert und fließen in die Navigations- und Logistik-Anwendungen, die täglich genutzt werden.
- Flächendeckend: Alle rund 1.850 Rastanlagen an Bundesautobahnen sind angebunden.
- Weniger Suchverkehr: Fahrten zu bereits belegten Anlagen entfallen – das spart Kraftstoff und reduziert CO₂-Emissionen.
- Mehr Sicherheit: Wer frühzeitig weiß, wo Kapazität frei ist, muss nicht auf ungeeignete Flächen ausweichen.
- Planbare Ruhezeiten: Die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten lassen sich verlässlicher einhalten.
- Grundlage für die Planung: Die erfassten Daten helfen, Rastanlagen künftig bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
Erfahren Sie, wie der SID funktioniert, welche Vorteile er für Fahrerinnen und Fahrer, Speditionen und Parkraumanbieter bringt – und wie sich private Autohöfe ab sofort registrieren können.
Offene Daten in der Mobilithek abrufen
Effiziente Parkraumnutzung gegen den Lkw-Stellplatzmangel
Der Güterverkehr in Deutschland wächst schneller, als neue Parkinfrastruktur entstehen kann. Laut einer Erhebung im Auftrag des BMV fehlten im Jahr 2023 bundesweit rund 20.000 Lkw-Stellplätze.
Besonders in den Abendstunden sind Rastanlagen entlang der Hauptachsen schnell belegt. Fahrerinnen und Fahrer fahren dann mehrere Anlagen an oder weichen auf Flächen aus, die für das Parken nicht vorgesehen sind – mit Risiken für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden.
Neue Stellplätze zu bauen, bleibt eine zentrale Aufgabe des Bundes. Ebenso entscheidend ist es, vorhandene Flächen gleichmäßiger auszulasten. Dafür braucht es Transparenz:
- Intelligente Datenauswertung: Der SID wertet anonymisierte Positionsdaten aus dem Mautsystem von Toll Collect aus und berechnet die aktuelle Belegung.
- Offene Daten über die Mobilithek: Das BMV stellt diese Live-Daten auf der zentralen Plattform mobilithek.info barrierefrei zur Verfügung.
- Kostenlose Schnittstelle für Entwickler: Entwickler von Navigations-, Logistik- und Routinganwendungen haben die Möglichkeit, die Schnittstelle kostenfrei in ihre Anwendungen einzubinden.
Der SID ist damit der erste zentrale Datendienst, der Lkw-Stellplätze im gesamten deutschen Autobahnnetz einheitlich erfasst und öffentlich zugänglich macht. Er nutzt konsequent eine bereits bestehende Dateninfrastruktur – ohne zusätzliche Erfassungstechnik, ohne neue Pflichten und ohne Kosten für die Nutzenden.
Weitere Informationen zu dem Zugang der SID-Daten für App-Entwickler
Ab sofort können sich auch private Autohöfe registrieren
Bislang bildet der SID die rund 1.850 öffentlichen Rastanlagen an den Bundesautobahnen ab. Seit dem 6. August 2026 wird das System um den privaten Parkraum erweitert.
Häufig bleiben private Autohöfe ungenutzt, während nahegelegene Rastanlagen überfüllt sind – schlicht, weil sie in der Routenplanung nicht sichtbar sind. Der SID führt öffentlichen und privaten Parkraum in einem einheitlichen Datensatz zusammen.
Betreiberinnen und Betreiber von Autohöfen können ihre Standorte registrieren und ihre Belegungsdaten hinterlegen.
-Sie betreiben einen Autohof?
Nutzen Sie die Chance, Ihren Standort in die bundesweite Dateninfrastruktur einzubringen und Ihre Auslastung gezielt zu steigern: Jetzt privaten Autohof im Registrierungsportal anmelden
Bilder des offiziellen Startschusses des digitalen Lkw-Stellplatzinformationsdienst an 1.850 öffentlichen Rastanlagen:
Quelle: Ingo Hattendorf |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sie haben Fragen zum Lkw-Stellplatzinformationsdienst? Hier finden Sie Antworten.
Was ist der Lkw-Stellplatzinformationsdienst (SID)?
Der SID macht die Parkplatzsuche für Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer einfacher und sicherer. Als erster zentraler digitaler Datendienst nutzt er Informationen aus dem Lkw-Mautsystem, um die Belegung von Lkw-Stellplätzen entlang aller deutschen Autobahnen einheitlich zu erfassen und öffentlich bereitzustellen.
Wie funktioniert der SID und wo hilft er konkret im Alltag?
Über die bereits verfügbaren Lkw-Navigationssysteme und Logistik-Apps privater Anbieter gelangen die Live-Daten direkt in die Fahrerkabine. So sehen Fahrerinnen und Fahrer frühzeitig, wo noch Stellplätze frei sind, und können ihre gesetzlichen Ruhezeiten besser planen.
Wie viele Lkw-Stellplätze werden aktuell durch den SID abgedeckt?
Alle rund 1.850 öffentlichen Autobahnrastanlagen in Deutschland sind an den SID angebunden. Im nächsten Schritt werden schrittweise auch Rastanlagen an Bundesstraßen sowie private Parkraumanbieter und Autohöfe eingebunden. Ziel ist es, den gesamten Lkw-Parkraum in Deutschland über einen einzigen Dienst zu vernetzen.
Warum wurde der SID ins Leben gerufen?
Der SID ist eine konkrete Maßnahme aus dem 5-Punkte-Plan des BMV zur Verbesserung der Lkw-Stellplatzsituation. Ziel ist es, den Parksuchverkehr zu reduzieren, die Verkehrssicherheit auf Autobahnen zu erhöhen und die Einhaltung von Ruhezeiten zu erleichtern.
Woher stammen die Daten des SID und wo werden sie bereitgestellt?
Der SID nutzt Daten aus dem Mautsystem der Toll Collect, mit denen die Auslastung der Rastanlagen erfasst wird. Diese Daten werden in die Mobilithek des BMV eingespeist und dort kostenlos zur Verfügung gestellt.
Woher stammen die Daten und wie wird der Datenschutz gewährleistet?
Die Daten stammen aus dem Mautsystem der Toll Collect. Sie werden vollautomatisch aggregiert und anonymisiert. Rückschlüsse auf einzelne Fahrzeuge, Fahrerinnen und Fahrer oder Unternehmen sind nicht möglich.
Entwickelt das BMV eine eigene Navigations-App?
Nein. Das BMV konzentriert sich auf seine Rolle als staatlicher Impulsgeber und Datenbereitsteller. Das Ministerium entwickelt bewusst keine eigene Endnutzer-App, sondern stellt die Live-Daten allen Entwicklern von Navigations-, Routing- und Logistik-Software kostenfrei zur Verfügung.
Wie funktioniert die Registrierung für private Autohof-Betreiber?
Betreiber privater Lkw-Parkflächen können sich seit dem 6. August 2026 im Online-Portal der Toll Collect GmbH registrieren. Nach technischer Prüfung werden die Standorte direkt in den bundesweiten Datenbestand übernommen.
Was ist die Mobilithek?
Mit der Mobilithek bietet das Bundesministerium für Verkehr (BMV) einen zentralen, einheitlichen und benutzerfreundlichen Zugang zu Mobilitätsdaten an. Sie ist der Nationale Zugangspunkt für Mobilitätsdaten und setzt Anforderungen aus den delegierten Verordnungen zur europäischen IVS-Richtlinie sowie des novellierten Personenbeförderungsgesetzes um. Damit stellt sie einen wesentlichen Baustein des Mobilitätsdatenökosystems in Deutschland dar. Mehr Infos finden Sie unter: mobilithek.info
Registrierung privater Autohöfe
Ab wann können sich private Autohöfe registrieren?
Ab dem 6. August 2026. Weitere Informationen finden Sie hier.
Wer ist zur Registrierung berechtigt?
Betreiberinnen und Betreiber privater Autohöfe und Parkraumanbieter mit Lkw-Stellplätzen.
Welche Vorteile hat eine Registrierung für private Autohöfe?
Der Standort wird in den Anwendungen sichtbar, die Fahrerinnen und Fahrer täglich nutzen. Freie Kapazitäten werden gezielter angesteuert, die Auslastung wird gleichmäßiger. Zugleich wird der Standort Teil einer bundesweiten Dateninfrastruktur.
Wie läuft die Registrierung für private Autohöfe und Parkraumanbieter ab?
Die Anmeldung erfolgt über das Registrierungsangebot der Toll Collect GmbH. Nach Prüfung wird der Standort in den Datenbestand aufgenommen. Alle weiteren Informationen erhalten Sie hier.
Beteiligte und Einordnung
Welche Rolle spielt die Toll Collect?
Toll Collect erhebt die Lkw-Maut in Deutschland und verfügt aufgrund dieser Aufgabe über die technische Infrastruktur entlang des Autobahnnetzes. Im Auftrag des BMV nutzt Toll Collect diese Infrastruktur, um Daten zur Belegung von Lkw-Stellplätzen zu erfassen. Das Unternehmen bereitet die Daten auf und speist sie in die Mobilithek des Bundes ein, damit sie für Navigationssysteme nutzbar werden.
Wer ist am SID beteiligt?
Der Stellplatzinformationsdienst ist ein gemeinsames Projekt von Toll Collect, dem Bundesverkehrsministerium für Verkehr (BMV) und dem Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) in Kooperation mit der Autobahn GmbH des Bundes und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).
Was umfasst der 5-Punkte-Plan des BMV zur Verbesserung der Stellplatzsituation für Lkw?
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat einen 5-Punkte-Plan für besseres Lkw-Parken aufgelegt, um die Möglichkeiten zur Verbesserung der Lkw-Stellplatzsituation zu bündeln und die Transport- und Logistikbranche zu unterstützen. Der Plan umfasst folgende Punkte:
1. Realisierung von neuen Lkw-Abstellmöglichkeiten: Im Rahmen der Bedarfsplanung werden Projekte zum Neubau sowie zum Um- und Ausbau vorhandener Rastanlagen festgelegt und von der Autobahn GmbH umgesetzt. In den Jahren 2018 bis 2023 sind rund 3.300 zusätzliche Lkw-Stellplätze auf den Rastanlagen des Bundes neu errichtet worden.
2. Verstärkter Einsatz telematischer Parkverfahren: Durch komprimiertes Parken kann die vorhandene Lkw-Parkfläche auf Rastanlagen unter bestimmten Bedingungen um bis zu 50 Prozent erhöht werden. Das ist besonders dort von Nutzen, wo ein klassischer Ausbau nicht möglich ist, aber hoher Parkdruck besteht.
3. Digitale Lkw-Parkstandserfassung: Mit dem Lkw-Stellplatzinformationsdienst werden aus Lkw-Positionsdaten des Mautsystems die Belegungsstände von Lkw-Parkmöglichkeiten bundesweit ermittelt. Ziel ist es, die Parkplatzsuche zu erleichtern und den Lkw-Parksuchverkehr zu verringern.
4. Effektive Nutzung des vorhandenen Lkw-Parkraums: Maßnahmen wie die Freigabe von Pkw-Stellflächen für Lkw in den Nachtstunden oder das Rückwärtsparken für Lkw stellen zusätzliche Parkmöglichkeiten bereit.
5. Förderprogramm für private Investitionen in der Nähe von Anschlussstellen an Bundesautobahnen: Mit einem Volumen von 110 Millionen Euro fördert das BMV private Investitionen im Drei-Kilometer-Radius um Autobahnanschlussstellen. Bislang konnten so über 2.200 zusätzliche Lkw-Parkstände bewilligt werden.
Ausführlichere Informationen zum 5-Punkte-Plan finden Sie hier.