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Illustration: Zwei Bojen, ein Schiff und ein Anleger. Dazwischen befindet sich eine türkis und gelb gestreifte Fläche.

Quelle: BMV

Alles im Flow: Digital fährt besser

Mit digitalen Wasserstraßen und autonomer Mobilität erneuert das BMV die Schifffahrt.

Man stelle sich vor, Schiffe und die Infrastruktur, wie z.B. Schleusen, Häfen und Brücken geben auf alle jene acht, die über Kanäle, Flüsse oder das Meer steuern: Smarte Lösungen vernetzen Schiffe, Häfen und Wasserstraßen. Die Berufsschifffahrt navigiert noch sicherer, effizienter und nachhaltiger. Freizeitkapitäninnen und -kapitäne sind entspannt unterwegs, denn sie kommen staufrei voran.
Diese Vision rückt das BMV mit jedem Tag an die Wirklichkeit heran: Verbesserte elektronische Seekarten werden die Sicherheit weiter erhöhen. Der rasante Ausbau des 5G-Netzes an deutschen Wasserstraßen bildet das Rückgrat der Digitalisierung. Es ermöglicht etwa Notrufe und Katastrophenwarnungen in Echtzeit, aber auch ferngesteuertes Fahren und automatisierte Navigation.

Mit digitalen Wasserstraßen zu resilienteren Lieferketten

Damit Waren künftig noch effizienter und damit klimafreundlicher übers Wasser kommen, bedarf es digitaler Unterstützung. Das steigert die Attraktivität der Wasserstraßen, sorgt für resiliente Lieferketten, und entlastet Straßen genauso wie Schienen.

Digitale Wasserstraßen machen das Leben sicherer und barrierefreier, die Luft sauberer, die Verwaltung einfacher – und sie sichern zukunftsfähige Arbeitsplätze für kommende Generationen. Das BMV treibt diese Entwicklung auf unterschiedlichen Ebenen voran: Es hat einen Maßnahmenplan entwickelt, um das System Schiff-Wasserstraßen-Hafen wettbewerbsfähig, resilient und weniger bürokratisch zu organisieren. Das Ministerium unterstützt dabei, Prozesse und Strukturen gezielt zu digitalisieren und zu verschlanken. Es bringt Projekte im Bereich der autonomen Schifffahrt auf den Weg.

Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister:

Deutschland ist Vorreiter für die autonome Schifffahrt in Europa und weltweit. Mit unseren automatisierten, ferngesteuerten und autonomen Systemen geben wir der Schifffahrt ein nachhaltiges digitales Upgrade.

Autonom voraus

Das BMV forciert die Entwicklung der automatisierten und vernetzen Schifffahrt unter anderem durch das Programm „Digitale Testfelder an Wasserstraßen (DTW)“. Dabei fördert das Ministerium Projekte, die neue Möglichkeiten der Digitalisierung im Zusammenspiel von Schiffen und Wasserstraßen erprobt.

  1. CAPTN Förde: App auf die Fähre: CAPTN Förde erfindet den Nahverkehr neu. Das Ziel der Initiative aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ist es, einen autonomen und emissionsfreien Personenverkehr auf dem Wasser zu realisieren. Kleine Fähren ohne Kapitäne und festen Fahrplan können auf der Kieler Förde jederzeit nach Bedarf und per App geordert werden. Für Sicherheit sorgt ein Kontrollzentrum an Land, das die Fähren bei kritischen Manövern fernsteuern kann.
  2. WarnowstromerAI: Unbesorgt autonom
    Vollelektrisch übersetzen – das ermöglicht der Warnowstromer im Hafen Rostock bereits seit über fünf Jahren. Im Rahmen des Projekts WarnowstromerAI wurde die Personenfähre mit zahlreichen Computersystemen und Sensoren ausgestattet, die etwa das An- und Ablegeverhalten der Schiffsführer, Witterungsbedingungen und Hindernisse auf dem Wasser erfassen. Die Antriebe können über eine Schnittstelle automatisch angesteuert werden. Eine Besonderheit: Geplante Manöver werden künftig visualisiert – um Passagiere zu informieren und so die Akzeptanz autonomer Systeme zu fördern.
  3. DigitalSOW: Selbststeuerende Entlastung für Klima und Städte 
    Auf den Straßen der Städte staut sich der Verkehr. Was läge näher, als den Warentransport dorthin zu verlagern, wo noch Platz ist und er klimafreundlich erfolgen kann: Auf das Wasser. Genau daran arbeiten die Projekte DigitalSOW und DigitalSOW2. Die Vision: Kleine, autonome und elektrische Boote liefern Waren über die Flüsse und Kanäle der Spree-Oder-Wasserstraße. Die Boote lassen sich modular zusammensetzen. So können sie als großer Schiffsverbund in die Stadt einfahren, sich dort aufteilen und ihre Ladung an dezentralen Umschlagstellen löschen – um die „letzte Meile“ an Land so kurz wie möglich zu machen. Automatisierte Entladeprozesse sorgen dabei für nahtlose Lieferketten. Das Projekt-Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Branchenverbänden betreibt das Versuchsschiff „Boris Kluge“, dessen Assistenzsysteme und die Infrastruktur an Land sind mit Sensoren vernetzt. Das System soll bis Ende 2027 pilotiert werden. 

Erfahren Sie mehr über diese und weitere Automatisierungsprojekte an Bundeswasserstraßen.

Vernetzt und assistiert über die Wasserstraßen

Damit autonom oder manuell gesteuerte Schiffe künftig noch effizienter und sicherer über Wasserstraßen fahren können, muss auch die digitale Infrastruktur an Land und an Bord ausgerüstet werden. Solche Projekte zur vernetzten Schifffahrt sind ebenfalls Bestandteil der BMV-Förderlandschaft, unter anderem mit dem Programm „Digitale Testfelder an Wasserstraßen (DTW)“.

  1. SEEHUND: Sicherer und schneller durch die Schleuse
    Schleusen und Brücken erfordern höchste Aufmerksamkeit von Kapitänen. Bereits kleinste Fehler können zur Kollision führen und teure Schäden verursachen. SEEHUND erfasst die Umgebung des Schiffes, erkennt Hindernisse und reagiert. Dadurch entlastet das Assistenzsystem die Besatzung, verbessert die Sicherheit und beschleunigt die Schleusendurchfahrt. Das erhöht die Effizienz der Binnenschifffahrt. Und sorgt dafür, dass alle schneller durchkommen.
  2. iSZS: Weniger Zeit im Stau, effizienter übers Wasser
    Die Effizienz der Binnenschifffahrt zu erhöhen, verfolgt auch das Projekt Intelligente Schleusenzulaufsteuerung (iSZS). Ein Managementsystem unterstützt das Schleusenpersonal, die Ankunftszeiten der Schiffe an den Schleusen realistisch abzuschätzen und Schleusenvorgänge zu optimieren. Das minimiert Wartezeiten und Schadstoffemissionen, spart Schleusungswasser und Treibstoff.
  3. DiTeB: Verbindet Schiff und Ufer
    Damit autonome und automatisierte Schiffe verlässlich durch die Wasserstraßen steuern können, müssen sie mit der Infrastruktur an Land kommunizieren können. Eine solche Vessel-2-X-Kommunikation für die Binnenschifffahrt wird nun im Rahmen des Projekts Digitales DiTeB von der Brandenburgischen Technischen Universität und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erprobt und entwickelt. Ziel ist der Aufbau einer kosteneffizienten und resilienten Kommunikationsinfrastruktur, die selbstfahrende Schiffe insbesondere in kritischen Wasserstraßenbereichen unterstützt.
Schriftgrafik: Binnenschiffe können mit einer Tragfähigkeit von 3.000 Tonnen bis zu 150 Lkw ersetzen. Zu den Anlagen an den Bundeswasserstraßen gehören unter anderem: 450 Schleusenkammern, 290 Wehre, 2 Schiffshebewerke im WSV-Betrieb, 2 Talsperren. [...]

Quelle: BMV

Häfen zukunftsfähig machen

Mit einer ganzheitlichen Strategie, die technologische Innovation mit ökologischer Verantwortung verbindet, werden Deutschlands Häfen als zentrale Knotenpunkte für Klimaschutz und Logistik zukunftssicher gemacht. Das BMV fördert die Entwicklung vernetzter und digitaler Innovationen in Häfen unter anderem mit dem Programm „Digitale Testfelder in Häfen (DigiTest)“. Im Dezember 2025 sind in diesem Rahmen 13 neue Projekte gestartet, die Möglichkeiten der Digitalisierung im Zusammenspiel von Schiffen und Häfen erproben.

  1. digITaL Skandi: Parkassistent für große Pötte
    Frachtschiffe werden immer größer – das stellt Häfen vor Herausforderungen. Das Projekt digITaL Skandi installiert im Lübecker Hafen digitale Infrastrukturen, die den Abstand einfahrender Schiffe zur Kaimauer in Echtzeit bestimmen. Die präzisen Echtzeitdaten unterstützen Schiffsführende sowie Lotsinnen und Lotsen bei An- und Ablegemanövern – und machen diese so effizienter und sicherer.
  2. ROBUST: Digitaler Hochwasserschutz
    Aufgrund des Klimawandels steigt das Wasser immer häufiger höher. Um Sturmfluten besser trotzen zu können, baut der Hafen Bremen ein digitales Hochwassermonitoring auf. Das macht die Informationsketten robust (daher der Name des Projekts) und verbessert den Schutz von Menschen und Infrastrukturen.
  3. DigiHUZ: Nachhaltiger Doppelgänger
    Wer Luftschadstoffe und Lärm minimieren will, muss genau wissen, wo sie in welchem Ausmaß entstehen. Der Hafen Rostock entwickelt einen digitalen Zwilling, um durch Echtzeitüberwachung und Big-Data-Analyse den Hafenbetrieb umweltschonender zu machen.

Erfahren Sie mehr über diese und weitere digitale Testfelder in Häfen.