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Foto eines Bahnübergangs
Ein technisch unterstützter Bahnübergang mit dem ATTRACTIVE-System

Quelle: KIT

Projektbeschreibung

An Bahnübergängen begegnen sich unterschiedliche Verkehrsträger, sodass zum Schutz aller Beteiligten klare Regeln essenziell sind. Schienenfahrzeuge haben stets Vorrang, erkennbar am Andreaskreuz. Je nach Verkehrsaufkommen kommen unterschiedliche Sicherungsmaßnahmen zum Einsatz. Nichttechnisch gesicherte Bahnübergänge setzen auf Übersicht, reduzierte Geschwindigkeit von Bahn- und Kraftverkehr oder akustische Signale der Züge. Letztere verursachen jedoch eine hohe Lärmbelastung und mindern die Akzeptanz. Konventionelle technische Sicherungen werden aufgrund hoher Kosten häufig nicht in Betracht gezogen.

Ergebnisse und Wirkungen

Im Projekt ATTRACTIVE wurde ein neuer kostengünstiger technologischer Ansatz entwickelt, um die Wirksamkeit einer zusätzlichen technischen Unterstützung an nichttechnisch gesicherten Bahnübergängen zu untersuchen. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit der Straßenverkehrsteilnehmenden gezielt auf den Bahnübergang zu lenken und die gesetzliche Vorrangregelung visuell zu unterstützen. Kern des Ansatzes ist eine mobile Ampel vor dem Bahnübergang, die automatisiert über einen zugseitig angesteuerten Transponder aktiviert wird.
Die technische Umsetzbarkeit wurde in Traundorf (Gemeinde Siegsdorf) an der Strecke Traunstein–Ruhpolding erfolgreich demonstriert. Im Austausch mit dem assoziierten Partner Bayerische Regiobahn (BRB) und der Gemeinde Siegsdorf wurde der Bedarf an einer zusätzlichen technischen Lösung bestätigt. Zudem wurden netzunabhängige Energieversorgungskonzepte untersucht. Sowohl Photovoltaik mit Batteriespeicher als auch Brennstoffzellensysteme erwiesen sich als geeignet.
Für einen Transfer in die Praxis sind nun eine formale sicherheitstechnische Qualifizierung sowie die Prüfung regulatorischer Anpassungen erforderlich.

Verbundkoordinator

Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe

  • FKZ: 01F1190A
Projektvolumen

244.021 €

(davon 74 % Förderung durch BMV)

Projektlaufzeit

07/2024 – 12/2025
Projektpartner
  • Intelligence on Wheels (IoW), Gilching
    FKZ: 01F1190B
  • Peter Berghaus Verkehrstechnik (PBV), Kürten
    FKZ: 01F1190C
  • Bayerische Regiobahn (BRB), Holzkirchen
    (assoziierter Partner)
AnsprechpartnerKarlsruher Institut für Technologie (KIT)
Prof. Dr.-Ing. Martin Cichon
Tel.: 0721/608-48608
Mail: Martin.Cichon@kit.edu