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Deutschland, Österreich und Luxemburg wollen gemeinsam den Markthochlauf von erneuerbarem strombasiertem Kerosin (electricity-based Sustainable Aviation Fuel, eSAF) in Europa beschleunigen. Dafür bringen die drei Länder einen Doppelauktionsmechanismus auf den Weg. Das Verfahren bringt Produzenten und Abnehmer zusammen. Wo zwischen beiden Seiten noch eine Preislücke besteht, setzt die staatliche Förderung an. Deutschland stellt dafür bis zu zwei Milliarden Euro bereit, Österreich und Luxemburg jeweils bis zu 60 Millionen Euro.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Deutschland:
Europa braucht bei eSAF nicht nur ambitionierte Ziele, sondern Investitionen in die industrielle Produktion. Deutschland, Österreich und Luxemburg zeigen deshalb gemeinsam, wie europäische Zusammenarbeit konkret funktioniert. Wir bündeln unsere Fördermittel und schaffen damit bessere Bedingungen für Investitionsentscheidungen in eine Zukunftstechnologie. eSAF ist für mich nicht nur eine Frage der Klimapolitik, sondern auch eine industriepolitische Chance. Wenn wir jetzt investieren, können Wertschöpfung, Know-how und Arbeitsplätze in Europa entstehen. Gleichzeitig stärken wir unsere Unabhängigkeit bei Energie- und Lieferketten. Wir wollen Innovation ermöglichen und damit die Luftfahrt Schritt für Schritt klimafreundlicher machen.
Mobilitätsminister Peter Hanke, Österreich:
Mit der gemeinsamen eSAF-Förderung setzen Deutschland, Österreich und Luxemburg ein starkes Signal für den Aufbau eines europäischen Marktes für erneuerbares Kerosin. Wir schaffen damit langfristige Perspektiven für Produzenten, unterstützen transparente Preissignale und tragen dazu bei, dass eSAF auch in Österreich verfügbar sein wird. Gleichzeitig stärken wir unsere Resilienz und verringern die Abhängigkeit von Importen aus außereuropäischen Regionen. Entscheidend ist: Mit dem Markthochlauf von eSAF schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die Luftfahrt ihre europäischen Vorgaben erfüllen und zugleich messbar CO₂ einsparen kann. Das ist ein wichtiger Schritt für einen zukunftsfähigen Luftverkehr in Europa.
Minister für Wirtschaft, KMU, Energie und Tourismus Lex Delles, Luxemburg:
Zusammen mit Deutschland und Österreich begeben wir uns hiermit als Pioniere auf einen Pfad auf dem wir nicht nur das Klima schützen werden, sondern auch die industrielle Wertschöpfung in Europa und unsere Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten fördern wollen.
Ministerin für Mobilität und öffentliche Arbeiten Yuriko Backes, Luxemburg:
Luxemburg steht entschlossen an der Seite Österreichs und Deutschlands, um eine klimaschonende Luftfahrt voranzubringen. Durch den Beitritt zur „eSAF Early Movers Coalition“ unterstützen wir den Ausbau der eSAF-Produktion, verringern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und beschleunigen deren unionsweite Markteinführung. Luxemburg übernimmt eine aktive Rolle beim Aufbau eines sicheren, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Luftfahrtsektors, indem es neue Produktionskapazitäten fördert und dazu beiträgt, dass ein Teil dieser Produktion unserem Inlandsmarkt zur Verfügung steht. Mit dieser klaren Zukunftsvision schaffen wir heute die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Mobilität von morgen, die sowohl den Anforderungen des Marktes gerecht wird als auch den Erwartungen unserer Bevölkerung an einen wirksamen Klimaschutz entspricht.
Mit dem gemeinsamen Förderprogramm gehen die drei Gründungsmitglieder der eSAF Early Movers’ Coalition den nächsten Schritt zur Entwicklung und Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe. Die geförderten eSAF-Mengen sollen entsprechend dem jeweiligen Anteil der eingebrachten Fördermittel in Deutschland, Österreich und Luxemburg in Verkehr gebracht werden.
Die industrielle Produktion von eSAF erfordert erhebliche Investitionen. Gleichzeitig besteht derzeit ein strukturelles Problem: Produzenten benötigen langfristige Abnahmeverträge, um Investitionsentscheidungen abzusichern. Abnehmer schließen Verträge für Flugkraftstoffe dagegen typischerweise über deutlich kürzere Zeiträume ab. Diese zeitliche und wirtschaftliche Lücke erschwert bislang den Bau neuer Produktionsanlagen. Genau hier setzt der Doppelauktionsmechanismus an. In einem wettbewerblichen Verfahren werden auf der einen Seite Angebote von eSAF-Produzenten und auf der anderen Seite die Nachfrage von Abnehmern ermittelt. Ein Intermediär gleicht die Differenz zwischen den Angebots- und Nachfragepreisen mit staatlichen Fördermitteln aus. So können langfristige Produktionsperspektiven mit wettbewerblichen Abnahmebedingungen verbunden werden.
Ziel ist es, Investitionsentscheidungen für neue eSAF-Produktionsanlagen zu ermöglichen und gleichzeitig einen wettbewerblichen Markt für die Abnahme des Kraftstoffs zu entwickeln.
Das Förderprogramm steht unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission.
Marktkonsultation bestätigt Marktinteresse
Das Bundesministerium für Verkehr hat die Marktkonsultation zum geplanten deutschen Fördermechanismus inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Die Konsultation war Teil des beihilferechtlich erforderlichen Verfahrens und diente dazu, Rückmeldungen aus Industrie und Wissenschaft zur konkreten Ausgestaltung des Förderinstruments einzuholen.
Die Ergebnisse bestätigen das breite Interesse des Marktes an einem beschleunigten Hochlauf der eSAF-Produktion in Europa. Zugleich unterstreichen die Rückmeldungen die Bedeutung geeigneter Förderinstrumente, um die bestehenden Investitionshemmnisse zu überwinden.
Die Ergebnisse der Marktkonsultation des BMV sind abrufbar unter: www.bmv.de/evaluation-eSAF
Die Ergebnisse der Marktkonsultation von Luxemburg sind hier abrufbar: https://meco.gouvernement.lu/dam-assets/publications/rapport-etude-analyse/th022-e26-17092026-results-of-the-luxembourg-market-consultation-on-esaf.pdf
Weitere Informationen: eSAF für klimafreundliche Luftfahrt
Strombasiertes erneuerbares Kerosin, auch als Power-to-Liquid-Kerosin bezeichnet, wird aus erneuerbarem Wasserstoff und nachhaltigem Kohlenstoff hergestellt. Der Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse mit erneuerbarem Strom. Wird der Kraftstoff entsprechend den europäischen Nachhaltigkeitsanforderungen hergestellt, können seine Treibhausgas-emissionen über den gesamten Lebenszyklus erheblich reduziert werden.
Gerade für den Luftverkehr bleiben flüssige Energieträger auf absehbare Zeit unverzichtbar. Das gilt insbesondere für den Langstreckenverkehr. eSAF bietet deshalb eine wichtige Möglichkeit, die Emissionen des Luftverkehrs zu reduzieren. Gleichzeitig können bestehende Infrastrukturen für Transport, Lagerung und Betankung weiter genutzt werden.
Deutschland, Österreich und Luxemburg gehören zu den Gründungsmitgliedern der im Dezember 2025 gestarteten eSAF Early Movers’ Coalition. Die Koalition wurde mit dem Ziel gegründet, den Markthochlauf von eSAF in Europa durch Zusammenarbeit, Erfahrungsaustausch und gemeinsame finanzielle Unterstützung zu beschleunigen.