In Erlangen beginnt eines der größten laufenden Infrastrukturprojekte der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes: Staatssekretärin Dr. Claudia Elif Stutz hat heute gemeinsam mit den Projektbeteiligten den symbolischen Spatenstich für den Ersatzneubau der Schleuse Erlangen vollzogen. Für den Ersatzneubau der Schleuse Erlangen sind im Bundeshaushalt rund 580 Millionen Euro vorgesehen.
Er ist Teil des Investitionsschwerpunkts des Bundes an der Main-Donau-Wasserstraße. Bereits seit über zwei Jahren läuft der Ersatzneubau der Schleuse Kriegenbrunn. Hinzu kommen die Grundinstandsetzung der Schleuse Kachlet, der Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen sowie weitere Erneuerungsmaßnahmen entlang der Wasserstraße.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger:
Mit dem Ersatzneubau der Schleuse Erlangen investieren wir in die Zukunft einer der wichtigsten Wasserstraßen Europas. Leistungsfähige Wasserstraßen stärken Industrie, Logistik und Wertschöpfung in Deutschland. Der heutige Spatenstich zeigt, wie die zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität vor Ort wirksam werden und zentrale Infrastrukturprojekte konkret verbessern.
Die Main-Donau-Wasserstraße verbindet die Nordsee mit dem Schwarzen Meer und gehört zu den bedeutendsten Binnenwasserstraßen Europas. Der Main-Donau-Kanal bildet einen zentralen Abschnitt dieser Verkehrsachse. Auf ihm werden jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Güter transportiert. Die Wasserstraße stärkt Industrie, Handel und Logistik entlang einer zentralen europäischen Verkehrsachse und ermöglicht klimafreundliche Transporte auf einem wichtigen Abschnitt des transeuropäischen Verkehrsnetzes. Besondere Bedeutung hat sie zudem für Großraum- und Schwertransporte.
Im Investitionsrahmenplan 2025 bis 2029 sind rund 3,5 Milliarden Euro für die Wasserstraßeninfrastruktur in Bayern vorgesehen. Die zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität dienen der Modernisierung und Erneuerung von Schleusen und Wehren.
Joachim Abratis, Vizepräsident der GDWS:
Mit dem Ersatzneubau der Schleuse Erlangen sichern wir nicht nur ein einzelnes Bauwerk. Wir stärken die Leistungsfähigkeit einer Wasserstraße, die regionale, nationale und europäische Bedeutung miteinander verbindet. Dabei geht es um mehr als Güterverkehr: Auch die Fahrgastschifffahrt profitiert von einer leistungsfähigen Infrastruktur.
Ersatzneubau der Schleuse Erlangen im Detail
Die bestehende Schleuse Erlangen stammt aus den frühen 1970er Jahren. Auf Grund ihres baulichen Zustands ist eine Sanierung nicht mehr möglich. Deshalb entsteht rund 300 Meter nördlich der heutigen Anlage ein vollständiger Ersatzneubau.
Die neue Schleuse wird auf eine Nutzungsdauer von rund 100 Jahren ausgelegt und künftig die langfristige Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit des Main-Donau-Kanals sichern. Die Bestandsschleuse bleibt während der gesamten Bauzeit in Betrieb. So kann die Schifffahrt auf dem Main-Donau-Kanal weiterhin aufrechterhalten werden.
Die Schleusen Erlangen und Kriegenbrunn wurden als baugleiche Schwesterschleusen errichtet und werden in einem abgestimmten Gesamtkonzept erneuert. Die enge Verzahnung beider Projekte schafft Synergien und trägt dazu bei, die Auswirkungen auf die Schifffahrt möglichst gering zu halten.
Die neue Schleusenkammer wird 190 Meter lang und 12,50 Meter breit sein. Drei Sparbecken sorgen dafür, dass bei jedem Schleusungsvorgang bis zu 60 Prozent des notwendigen Schleusungswassers eingespart werden können.
Eine besondere Herausforderung des Projekts ist der Bau der neuen Schleuse in einem Trinkwasserschutzgebiet. Umfangreiche Vorsorge- und Schutzmaßnahmen stellen sicher, dass die hohen Anforderungen an den Trinkwasser- und Grundwasserschutz erfüllt werden.
Der Main-Donau-Kanal erfüllt neben seiner Verkehrsfunktion eine weitere wichtige Aufgabe. Jährlich werden rund 125 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem regenreicheren Donaugebiet in das wasserärmere Regnitz-Main-Gebiet übergeleitet. Damit leistet der Kanal einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Wasserversorgung der fränkischen Ballungsräume.
Mit dem Ersatzneubau der Schleuse Erlangen investiert der Bund in eine leistungsfähige, moderne und zukunftsfähige Wasserstraßeninfrastruktur in Deutschland und Europa.
Weitere Informationen zum Ersatzneubau der Schleuse Erlangen: https://www.wna-aschaffenburg.wsv.de/webcode/1006256
Weitere Informationen zum Ersatzneubau der Schleuse Kriegenbrunn: https://www.wna-aschaffenburg.wsv.de/webcode/1006262