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Vernetzt auf der Autobahn

Quelle: BMV

Automatisierte, autonome und untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur vernetzte Fahrzeuge sind längst keine Science Fiction mehr. Die technischen Entwicklungen sind weit fortgeschritten. Künftig erlauben uns autonome Fahrzeuge Mobilität bis ins hohe Alter und bei körperlichen Einschränkungen. Von einer Verbesserung der Verkehrssicherheit durch Automatisierung und Vernetzung ist auszugehen.

Deutschland hat sich als Vorreiter und internationaler Impulsgeber beim automatisierten und vernetzten Fahren etabliert. Diese Position gilt es zu halten und weiter auszubauen.

Digitale Testfelder im öffentlichen Straßenraum sind ein wesentlicher Bestandteil der Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes und haben verschiedene gesellschaftliche Gruppen im Fokus. Wirtschaft und Forschung können Erfahrungen im Realverkehr und in Fahrsituationen unterschiedlicher Komplexität gewinnen. Die Politik erhält Erkenntnisse, die Grundlagen für verkehrspolitische Entscheidungen sind. Bürgerinnen und Bürger sollen auf Testfeldern die Potenziale der neuen Technologien „anfassbar“ erleben können.

Um mehr Transparenz hinsichtlich der Testfeldaktivitäten in Deutschland zu schaffen, hat die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) ein Monitoring der Testfeldaktivitäten durchgeführt. Mit dem Testfeld-Monitoring wurden die Testfelder im Bereich Straße und die darauf durchgeführten Forschungsvorhaben erhoben und die Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Monitoring sollte zudem die Grundlage für eine verbesserte Koordinierung und Abstimmung der Testfeldaktivitäten bilden. Ein Bericht der BASt zum Testfeldmonitoring wurde im September 2021 veröffentlicht. Mit den Ergebnissen aus dem Testfeldmonitoring unterstützt das BMV die Initiative der Verkehrsministerkonferenz (VMK) zur besseren Koordinierung der Testfeldaktivitäten zwischen den Ländern und dem Bund.

Einige Testfelder im Überblick:

Digitales Testfeld Autobahn

Im Rahmen der Innovationsförderung hat das Ministerium 2015 das Digitale Testfeld Autobahn (DTA) auf der A 9 in Bayern eingerichtet – als technologieoffenes Angebot für Industrie und Forschung. In diesem „Labor unter Realbedingungen“ werden innovative Anwendungen auf dem Gebiet des vernetzten und automatisierten Fahrens und der intelligenten Infrastruktur im Realverkehr erprobt (z. B. Sensoren, Messeinrichtungen, die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander oder mit der Infrastruktur). Das DTA hat sich als Keimzelle für zukünftige Entwicklungen etabliert. Die Forschungsergebnisse zum DTA sowie aller damit verbundenen Maßnahmen im Bereich der intelligenten Infrastruktur sind auf der Website der BASt veröffentlicht.

Digitales Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg

Ende September 2016 wurde die „Deutsch-Französische Initiative Elektromobilität und Digitalität“ gestartet. Deren Ziel ist die verstärkte Zusammenarbeit beider Länder, um Innovationen in den Bereichen E-Mobilität und automatisiertes und vernetztes Fahren voranzutreiben. Im Rahmen der Initiative wurde die Einrichtung des Digitalen Testfelds Deutschland-Frankreich mit Verlauf vom Saarland (Merzig-Saarlouis-Saarbrücken) nach Metz in Frankreich vereinbart. Dem Testfeld ist in 2017 Luxemburg beigetreten, sodass daraus das weltweit erste trilaterale Testfeld für das automatisierte und vernetzte Fahren entstanden ist. Es wurden drei nationale Anlaufstellen eingerichtet, eine Steuerungsstruktur und eine gemeinsame Konzeption abgestimmt sowie Erörterungen mit Wirtschaftsverbänden und Vertretern der Wissenschaft durchgeführt. Auf dem grenzüberschreitenden Testfeld gibt es aktuell zwei EU-geförderte Erprobungsvorhaben: Das Projekt „5G CroCo“ untersucht grenzüberschreitende 5G-Anwendungen. Das Projekt „Terminal“ widmet sich dem grenzüberschreitenden Pendelverkehr mit Shuttle-Fahrzeugen.

Autonome Mobilität auf EU-Staatenebene

Anfang Juni hat Bundesverkehrsminister a.D. Schnieder am Rande des EU-Verkehrsministerrats in Luxemburg zusammen mit 17 weiteren Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine Gemeinsame Absichtserklärung (Joint Declaration of Intent) zur Autonomen Mobilität auf Straßen über EU-Staatsgrenzen hinweg unterzeichnet (ggfls. Verlinkung auf BMV PM vom 08.06.26).

Mit Hilfe den in der Gemeinsamen Absichtserklärung enthaltenen, unter den Mitgliedstaaten abgestimmten Punkten zum weiteren Vorgehen soll die Entwicklung und der großflächige, grenzüberschreitende Einsatz autonomer Fahrzeuge im regulären Verkehr (SAE Level 4) europaweit besser koordiniert werden. Auf diese Weise soll die Technologie schneller zur Marktreife gebracht und die EU-Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Zusätzlich sollen harmonisierte europäische Standards für Technik, Sicherheit und Infrastruktur entwickelt werden, die Harmonisierung entsprechender nationaler und europäischer Regelwerke eingeschlossen.

Als konkrete Anwendungsfälle nennt die Absichtserklärung grenzüberschreitende Projekte in den Bereichen Öffentlicher Personennahverkehr und Logistik.

Das Bundesverkehrsministerium wird bei der Umsetzung unterstützt vom Kraftfahrt-Bundesamt und verschiedenen Bundesländern.

Die Gemeinsame Absichtserklärung geht auf den Aktionsplan der europäische Kommission für die europäische Automobilindustrie vom März 2025 zurück. Ziel des Plans ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der europäischen Automobilwirtschaft.

Städtische und ländliche Testfelder

Um Verkehrsflüsse zukunftssicher auszurichten und die Entwicklung dafür notwendiger Technologien voranzutreiben, fördert das BMV auch Entwicklungen und Erprobungen auf Testfeldern im städtischen und ländlichen Raum.

Digitale Testfelder in Häfen

Auch in der Schifffahrt, der Hafenlogistik und maritimen Lieferketten sollen digitale Technologien und der automatisierte Betrieb vorangetrieben werden. Mit dem Förderprogramm Digitale Testfelder in Häfen beschreiten wir Neuland: Im Unterschied zu bereits bestehenden digitalen Testfeldern, die im Wesentlichen der Erprobung einzelner Verkehrsträger dienen, muss ein digitales Testfeld im Hafen u. a. die Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger, automatisierte Umschlagprozesse sowie die Hafeninfra- und Suprastruktur einbeziehen. Das Fördervolumen für die Haushaltsjahre 2021 bis 2024 beträgt rund 63 Millionen Euro (2021: 14,0 Millionen Euro, 2022: 18,54 Millionen Euro und 2023 und 2024: jeweils 15.0). Die Förderrichtlinie ist am 01.01.2021 in Kraft getreten und am 20.01.2021 wurde der erste Förderaufruf gestartet. Sie ist bis 31.12.2024 befristet.

Digitale Testfelder an Wasserstraßen

Zur Förderung der Digitalisierung in der Binnenschifffahrt, speziell des automatisierten und vernetzten Fahrens, sollen nach dem Koalitionsvertrag auch digitale Testfelder auf der Wasserstraße unterstützt werden, um der Industrie die Erprobung von Systemen zu ermöglichen und die Entwicklung hin zur hoch oder sogar voll automatisierten Navigation in der Binnenschifffahrt fortzusetzen.

Hierzu hat das Ministerium zum 01.08.2020 das Förderprogramm Digitale Testfelder an Bundeswasserstraßen ins Leben gerufen, welches auf großen Zuspruch gestoßen ist. Inzwischen gab es drei Förderaufrufe mit einem Gesamtvolumen von rund 35 Mio. Euro.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Projekt zur Untersuchung des Mischverkehrs

Auf der Grundlage von auf den Autobahnen A 2 und A 8 erhobenen Daten zum Interaktionsverhalten konventioneller Fahrzeuge soll untersucht werden, wie automatisierte und nicht-automatisierte Fahrzeuge gemeinsam die Straße nutzen können. Schwerpunkte sind die Wirkungen auf den Verkehrsablauf (z. B. gefahrene Geschwindigkeiten, Staus etc.) und die Umwelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse, wie die Vernetzung von Fahrzeugen das Verhalten und die Leistungsfähigkeit eines solchen Mischverkehrs beeinflusst.

Kontaktstellen

Die Kommunikations- und Koordinierungsplattform Automatisiertes Fahren (KOAF) steht für allgemeine Anfragen zu den o.g. Testfeldern im Straßenverkehr (insbesondere „Digitales Testfeld Autobahn“ und „Digitales Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg“) oder bei Interesse an deren Nutzung unter E-Mail: Ref-StV33@bmv.bund.de zur Verfügung.

Anfragen zur intelligenten Infrastruktur auf dem Digitalen Testfeld A9 können an das Referat Straßenverkehrstelematik, Rastanlagen beim BMV unter Ref-StB27@bmv.bund.de gerichtet werden.