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Seit 2009 fördert das Bundesministerium für Verkehr (BMV) die alle zwei Jahre durchgeführte repräsentative Studienreihe „Fahrrad‑Monitor“ des SINUS‑Instituts.
Mit dem Fahrrad‑Monitor 2025 liegt erneut ein umfassendes Stimmungsbild zur Fahrrad‑ und Pedelec‑Nutzung in Deutschland vor – und erstmals auch eine eigenständige, repräsentative Befragung von Kindern sowie deren Eltern. Damit stehen nun fundierte Erkenntnisse darüber zur Verfügung, wie junge Menschen Radfahren erleben, welche Bedürfnisse sie haben und welche Rahmenbedingungen für eine sichere und motivierende Radmobilität entscheidend sind.
Die Erwachsenen‑ und Jugendbefragung (14–69 Jahre) zeigt insgesamt eine stabile bis leicht steigende Fahrradnutzung: 41 Prozent der Bevölkerung nutzen Fahrrad oder Pedelec (umgangssprachlich E-Bike) regelmäßig, der Anteil der Radfahrenden insgesamt liegt bei 80 Prozent. Zudem bleibt das Fahrrad das Verkehrsmittel mit dem größten subjektiven Wachstumspotenzial – 55 Prozent der Befragten möchten es künftig häufiger nutzen.
Stabil hohe Nutzung – Sicherheit bleibt ein zentrales Thema
Das Fahrrad wird weiterhin vor allem für kurze Alltagswege sowie für Freizeitaktivitäten genutzt. Zwar macht vielen Menschen das Radfahren Spaß und sie empfinden es als förderlich für Gesundheit und Umwelt, doch fühlen sich 41 Prozent der Radfahrenden im Straßenverkehr unsicher. Als Hauptursachen werden insbesondere rücksichtsloses Verhalten von Autofahrenden, ein hoher Verkehrsdruck sowie hohe Geschwindigkeiten von motorisierten Fahrzeugen genannt. Vor diesem Hintergrund zeigen sich aus Sicht der Befragten insbesondere der weitere Ausbau der Radwege und eine stärkere Trennung vom Kfz‑Verkehr als zentrale Herausforderungen für die Weiterentwicklung des Radverkehrs.
Kinder fahren gern Rad – brauchen aber sichere Wege
Eine zentrale Neuerung des Fahrrad‑Monitor 2025 ist die erstmalige gesonderte Kinder‑ und Elternbefragung. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Radfahren spielt im Alltag vieler Kinder eine wichtige Rolle und wird überwiegend positiv erlebt. So geben 88 Prozent der Rad fahrenden Kinder an, gerne Fahrrad zu fahren, insbesondere jüngere Kinder und solche, deren Eltern selbst regelmäßig Rad fahren. Früh erlernte Radmobilität – etwa durch die Nutzung von Laufrädern – wirkt dabei langfristig und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder auch später häufig Fahrrad fahren.
Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, wo Handlungsbedarf besteht: Kinder nutzen das Fahrrad vor allem zu Freizeitzwecken und aus Spaß, deutlich seltener jedoch für Alltagswege wie den Schul‑ oder Kitabesuch. Als störend beim Radfahren empfinden sie zu viel Verkehr, fehlende, zu schmale oder in schlechtem Zustand befindliche Radwege sowie subjektive Unsicherheiten gegenüber dem motorisierten Verkehr, insbesondere gegenüber großen Fahrzeugen. Viele Kinder fahren auch über das gesetzlich erlaubte Alter hinaus auf Gehwegen, da entweder Radwege nicht vorhanden oder nicht gut genug abgetrennt vom Straßenverkehr sind oder das Verkehrsaufkommen insgesamt zu Unsicherheiten führt. Die Befunde unterstreichen, wie wichtig sichere, kindgerechte und fehlerverzeihende Infrastruktur insbesondere auf Alltagswegen ist.
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass frühe, sichere und positive Erfahrungen mit dem Radfahren wichtige Voraussetzungen für eine langfristige Fahrradnutzung auch im Jugend‑ und Erwachsenenalter schaffen.
Über die Studie „Fahrrad‑Monitor“
Der „Fahrrad‑Monitor“ ist eine repräsentative Studienreihe des SINUS‑Instituts, die 2025 zum neunten Mal durchgeführt und vom BMV gefördert wurde. Die Erwachsenen‑ und Jugendbefragung basiert auf einer bundesweit repräsentativen Online‑Stichprobe von Personen im Alter von 14 bis 69 Jahren. Ergänzend wurde 2025 erstmals eine eigenständige, umfassende Befragung von Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren sowie deren Eltern durchgeführt.
Der Fahrrad‑Monitor wurde im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung von nicht investiven Maßnahmen zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans“ vom Bundesministerium für Verkehr gefördert.
Die ausführlichen Ergebnisse des Fahrrad-Monitors 2025 sowie der Vorjahre finden Sie unter WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN.